
Schulgärten
haben in der pädagogischen Arbeit schon eine
lange Tradition. Seit mehr als hundert Jahren sind sie
ein fester Bestandteil der Arbeit mit den Schülern.
Vor etwa hundert Jahren war ein Schulgarten in
erster Linie Nutz- und Liefergarten und bot zugleich
die Möglichkeit, den Schülern Gartenarbeit
zu erklären und zu vermitteln. Doch schon in den
zwanziger Jahren mit den ersten Konzepten aus der Reformpädagogik
veränderte sich dies: der Schulgarten wurde - im
besten Sinne - zum Übungsfeld für Reformpädagogen
und ihre Schüler. Erstmals ging es im Schulgarten
um mehr als den reinen, materiellen Ertrag. Auch das
Wachstum der Pflanzen und der Schulgarten als Naturerfahrung,
der das Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Umwelt
bewusst machen sollte, wurde nun wichtig.
Die Reformpädagogik dieser Zeit ist für uns
inzwischen Geschichte. Aber ihr Ansatz hat auch heute
noch in der Arbeit mit den Schülern in der Gartenarbeitsschule
Bedeutung. Heute - wie auch schon in der Vergangenheit
- verfolgt sie das Ziel, bei den Kindern und Jugendlichen
ein Bewusstsein für den Zusammenhang unserer
Lebensbereiche zu wecken. In der Gartenarbeitsschule
können unsere in der Großstadt aufwachsenden
Kinder und Jugendliche beim Pflanzen und Säen,
bei der Pflege und auch bei der Ernte und der Verarbeitung
des Ertrages Neugier entwickeln und die Vorgänge
in der Natur sinnlich erfahren, begreifen und erleben.
Die Arbeit in der Gartenarbeitsschule ist ein unersetzlicher
Bestandteil unseres Schulunterrichts. In der Vergangenheit
haben engagierte Pädagogen und Gärtner für
unsere Schüler den Garten freudvoll gestaltet und
auch über den Unterricht hinaus weiter entwickelt.
Ich danke allen, die zum Bestehen und zum Erfolg der
Gartenarbeitschule Tiergarten mit beigetragen
haben und wünsche Ihnen einen immer üppig
blühenden Garten und Erfolg in der weiteren Arbeit.
Herzlichen Glückwunsch zum 50. Jahrestag!
Detlev Thietz, Dienststellenleiter
LSA Außenstelle Mitte |