Die Geschichte der Gartenarbeitsschule
Moabit
Die Gartenarbeitsschule Moabit feiert
in diesem Sommer ihren 50. Geburtstag. Doch die Geschichte
dieses Grundstückes Birkenstraße 35 ist schon
sehr viel länger mit Schule und Garten verbunden.
Wir fanden das, was wir bei den Nachforschungen zu dieser
Chronik über das Gelände und seine Nutzung
erfuhren, so spannend und interessant, dass wir
mit unserem Bericht nicht nur fünfzig, sondern
fast hundert Jahre zurückgehen...

Die Bevölkerungsexplosion in
Berlin zu Beginn des vorigen Jahrhunderts macht den
Neubau von Schulen notwendig. Die "Königliche
Stadtbauinspection" gibt die Erlaubnis, auf dem
Grundstück Birkenstraße 35-38 Schulbaracken
zu errichten: aus Holz gebaut, zerlegbar und transportabel,
aber schon mit Wasser- und Abwasseranschluss waren
die insgesamt neun Klassenbaracken für ihre Zeit
vergleichsweise fortschrittlich. Sogar eine Turnhalle
gab es. Von 1905 an wurden hier Moabiter ABC-Schützen
eingeschult und bis zur vierten Klasse unterrichtet.
Die "Acten der Königlichen Baupolizei"
von 1904 sind noch erhalten; sie zeigen die einfachen
aber stilvollen Baracken. Fünf der Baracken
dienten dem Unterricht. Es gab darin je zwei Klassenräume,
die durch ein Lehrerzimmer bzw. einen Materialraum von
einander getrennt waren. Außerdem gab es noch
einen Schuppen, für das Brennholz, mit dem die
eisernen Öfen in den Klassenräumen beheizt
wurden.

Zwischen den Baracken standen Bäume
und entlang des hohen Holzzauns, der das Schulgelände
umgab, lagen einige Beete. Hier konnten die Schülerinnen
und Schüler unter Anleitung ihrer Pädagogen
schon vor mehr als 95 Jahren gärtnern - wenn auch
im kleineren Maßstab als heute. Zudem landeten
die Ernteerträge in diesen Tagen meistens bei der
Frau des Lehrers. |