Der schnelle Indikatorbonbon aus natürlichem Farbstoff

eine Wettbewerbsarbeit von Valentin Wessels
Lessing-Gymnasium Mitte

Bei meiner diesjährigen Arbeit habe ich mich mit der Herstellung eines Indikatorbonbons beschäftigt. Ein essbarer Indikator? Kann es überhaupt so etwas geben? Es klingt erst einmal komisch, für den einen ist es ein spannendes Thema, der andere musste sich noch von der Idee überzeugen lassen.

Inzwischen habe ich mehrere Hundert Päckchen mit leckeren Indikatorbonbons auf verschiedenen Ausstellungen verkauft  -  übrigens professionell gefertigt in der Bonbonfabrik in der Oranienburger Straße 32, Berlin Mitte.

Ein Stand auf der internationalen Grünen Woche mit Vorführungen und Verkauf war sehr gut besucht!

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Rotkohl wird in Süddeutschland auch Blaukraut genannt – und das aus gutem Grund. Dass dieses Lebensmittel prima geeignet ist, um als Indikator zu dienen, konnte ich mit meinen Versuchen nachweisen. Schon zu Hause beim Kochen ist mir aufgefallen, dass Rotkohlreste beim Abwaschen ihre Farbe verändern: Mit Leitungswasser wird der Rotkohlsaft bläulich, mit Spülmittel grünlich, mit Apfel und Essig zubereitet ist die Speise rötlich. In Süddeutschland wird Rotkohl nämlich nicht mit Apfel und Essig zubereitet, es bleibt beim Kochen blau, daher wird es Blaukraut genannt.

Das Problem mit diesen Indikatoren ist, dass die Lösung sich schnell zersetzt (wegen der mit extrahierten Proteine) und schimmelt. Also habe ich versucht, den Indikator zu konservieren, einmal mit Zucker, zum anderen mit Gelatine.
Es ist mir gelungen einen „essbaren“ Indikator aus Rotkohlsaft herzustellen. Dazu habe ich den Rotkohlfarbstoff mit Wasser extrahiert, nach der Extraktion wurde die Lösung mit viel Zucker aufgekocht und anschließend in eine Form gegeben.

Es ist ebenfalls möglich den Rotkohlindikator im Zuckerbonbon zu konservieren.
Eine weitere Methode ist es, den Farbstoff in Gelatine aus dem Haushalt einzubetten. Dazu habe ich meine Rotkohllösung mit der Gelatine zusammen aufgekocht und eingetrocknet, denn wenn diese Matrix feucht wäre, würde sie schimmeln und unbrauchbar werden. Die Funktion und die Wirkung dieses Bonbons ist genau so wie beim Indikatorbonbon mit Zucker.

Der Bonbon ist nun einsatzbereit, ich habe ihn in wenig Wasser aufgelöst und mit einigen Tropfen a) Säure und b) Lauge versetzt. Die Farbe des Bonbons verändert sich, bei der Säure wird sie rot und bei der Lauge wird der Saft grün – gelb.
Man kann also das Rotkohlbonbon lutschen, in einer Flüssigkeit auflösen und der pH – Wert der Flüssigkeit wird angezeigt.

Mein Stand auf dem Jugend-forscht-Regionalwettbewerb bei BMW

Der Rotkohlfarbstoff (Cyanidinchlorid) ist ein Naturfarbstoff, daher bleicht er am Sonnenlicht aus. Die UV – Strahlung der Sonne zerstört den Farbstoff und die Indikatorwirkung geht verloren. Also ist Rotkohlindikatorpapier ungeeignet.


Egal, wo man ist, ob an irgendeinem See oder an einer Quelle in den Bergen, mit dem Rotkohlindikatorbonbon kann man überall auf der Welt den pH – Wert grob bestimmen, denn der Rotkohlindikator ist nur für größere pH – Intervalle geeignet.


Herr Böger, die Bürgermeisterinnen von Reinickendorf, Frau Wanjura und von Charlottenburg, Frau Thiemen, sowie weiteres Fachpublikum beim Besuch meines Standes.

Anmerkung des SUZ: Die Arbeit erhielt eine Prämierung und wurde, obwohl sie noch in den Bereich
"Schüler experimentieren" fiel, auf dem Landeswettbewerb ausgestell
t.