Gärtnerischer Grundkurs

 

Keimung des Saatguts

(Faltblatt [A5])

 

Mit der Keimung beginnt das Leben einer Samenpflanze. Nachdem das Saatgut in den Boden gebracht wurde, findet sie meist still und unbeobachtet unter der Erde statt. Sehnsüchtig warten wir Gärtner, besonders die kindlichen Gärtner darauf, dass die Keimblätter endlich an der Erdoberfläche erscheinen.
Jahreszeitliche Gegebenheiten wie Temperaturen, Niederschläge und Sonnenstunden beeinflussen und steuern die pflanzlichen Lebensprozesse maßgeblich. Diese Prozesse laufen unabhängig vom Menschen ab, wir können sie jedoch in Gang setzen, fördern oder hemmen, indem wir auf die äußeren Bedingungen einwirken.
 

Viele Pflanzen werden im Gewächshaus oder im Frühbeet vorkultiviert und vor dem Auspflanzen pikiert.
 

Die Keimung lässt sich durch Vorbehandeln des Samens vor der Aussaat beschleunigen, z.B. durch Vorquellen. Dazu werden die Samen in ein feuchtes Tuch oder in feuchten Zellstoff eingeschlagen. Dabei nimmt er die zur Quellung erforderliche Feuchtigkeit auf. Dauer der Behandlung: 6-12 Stunden. Anschließend ist sofort mit der Hand auszusäen.

Zu den Keimbedingungen gehören:

1. Luftversorgung
  
Gut gelockertes, feinkrümeliges Saatbett; jedoch etwas abgesetzt.

2. Wasserversorgung
     Gleichmäßige Wasserversorgung (eventuell durch Zusatzbewässerung gewährleisten (!));
     bei zu hoher Feuchtigkeit entstehen Fäulnis und Krankheitserreger, bei zu geringer Feuchte
     vertrocknet der Keimling.

3. Bodentemperatur
     Hier ist auf die unterschiedlichen Ansprüche von Kalt- und Warmkeimern zu achten.

4. Lufttemperatur
     Für die meisten Pflanzen gilt, dass höhere Temperaturen im Zusammenhang mit ausreichender
     Feuchte schnelleres Wachstum bewirken. Kühlere Temperaturen werden i.d.R. vertragen, Frost
     - mit Ausnahme von Frostkeimern - nur manchmal.

5. Lichtverhältnisse
     Lichtkeimer, die zur Keimung unbedingt Licht benötigen, sind oberflächlich auszusäen, leicht
     anzudrücken und mit etwas Erde fein abzustreuen.
     Bei Dunkelkeimern wirkt sich das Licht hemmend auf die Keimung aus. Ihre Samen sind tiefer
     in den Boden zu bringen; dies gilt für die meisten Gemüse- und Zierpflanzen.
 

„Die Keimung des Samens setzt den Abschluss der Samenreife und die Beendigung der Samenruhe voraus. Eingeleitet wird die Keimung mit der Wasseraufnahme (Quellung), einem chemisch – physikalischen Vorgang. Damit verknüpft ist vor allem eine Volumenvergrößerung, insbesondere des Embryos  und des Nährgewebes, weniger der Samenschale, die dadurch aber aufplatzt. Nach Beginn der Quellung beginnt eine verstärkte Atmung, und für die ersten Vorgänge werden Reservestoffe im Samen mobilisiert. Danach tritt die Keimwurzel aus, die sich streckt, im Boden verankert und Seitenwurzeln mit Haarwurzeln bildet; sie versorgen den Keimling mit Wasser und Mineralstoffen. Zellteilungsvorgänge beginnen, und weitere  Organe entwickeln sich.“
Quelle: Kahlow, E.: Grundwissen für Lehrer - Schulgartenunterricht,
            Berlin, 1986
 

   Tipps für den Besuch in der Gartenarbeitsschule:

Keimversuche können auch im Winterhalbjahr durchgeführt werden oder zur Vorbereitung der Gartentätigkeiten im zeitigen Frühjahr. In unseren Filialen wird nach Absprache Saatgut zur Verfügung gestellt. Sinnvoll ist es jedoch, die Keimversuche im Klassenzimmer durchzuführen, da täglich beobachtet werden sollte. Der Vorteil, die Versuche im Frühjahr durchzuführen ist, dass die Keimlinge anschließend in den Garten gesetzt werden können und die Schüler ihre weitere Entwicklung beobachten können.

    Entdecke die Möglichkeiten!

Planen Sie Ihre Keimversuche so, dass diese in ein Projekt zur gesunden Ernährung einfließen. Bei der Auswahl des Saatgutes sind dann Sorten zu wählen, deren Sprosse besonders schmackhaft sind (z.B: Gartenkresse, Mungobohnen oder Alfalfa ). Rechtzeitig ausgesät wachsen auf der Fensterbank kleine Köstlichkeiten heran.
Material: Kleine Schälchen, Zellstoff, Saatgut.
Anfertigung eines Versuchsprotokolls.
 


Keimung des Saatsguts
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