Gärtnerischer Grundkurs

 

Bevor es losgeht ...       

(Faltblatt [A4])

 

Aus heutiger Sicht stellt der Schulgarten ein wichtiges Mittel zur Umwelterziehung dar. Er bietet die Möglichkeit, die Schüler über gärtnerische Tätigkeiten in einen unmittelbaren und erlebnisreichen Kontakt mit der Natur zu bringen. Der Erfolg des Unterrichts im Schulgarten misst sich weder an der Gradlinigkeit der Beetränder noch an der „Größe der Kartoffeln“, die geerntet wurden. Der eigentliche Sinn ist, Kindern die Möglichkeit zu geben, der Natur zu begegnen und sich selber als einen Teil der Natur zu begreifen. Die Kinder sollen Gärtnern als Handlung erleben, die lehrreich ist und Freude bereitet.


Das Gartenjahr beginnt im Frühling und endet etwa zu den Herbstferien.
Weitgehend bestimmt die Natur, der Lauf der Jahreszeiten, welche Gartenarbeiten erledigt werden müssen.

Der Unterricht im Schulgarten setzt eine sorgfältige Planung voraus. Da wir von der Witterung abhängig sind, verlangt der Unterricht außerdem eine flexible Gestaltung. Im Folgenden werden Fakten genannt, die im Vorfeld bedacht werden sollten, um einen reibungslosen Ablauf der Tätigkeiten zu garantieren.

 

1.     Theoretische Vorüberlegungen der Lehrkraft

  •  Welches Ziel soll die Arbeit im Schulgarten haben? Was will ich erreichen? Welche Vorhaben des Rahmenplans sollen besonders unterstützt werden?

  • Wie alt sind die Kinder, mit denen ich im Garten arbeiten will? Wie groß ist die Anzahl der zu beschäftigenden Kinder?

  •  Wie löse ich den Gartenbesuch stundenplantechnisch? Kann uns eine zweite Lehrkraft (oder ein Elternteil) begleiten?

  • Welche Arbeiten kommen auf mich zu? Muss ich mir eventuell zusätzliche Kenntnisse oder Fähigkeiten aneignen?

  • Wie informiere ich die Eltern? Können sie meine Vorhaben unterstützen? (siehe unten: "Kopiervorlage „Elternbrief“)

2.     Theoretische Vorbereitungen im Unterricht

  • Anlegen eines Schulgartenhefter, Schulgartentagebuchs o.ä.

  • Besprechen: Verhalten im Garten, zweckmäßige Kleidung (Arbeitshandschuhe werden nicht zur Verfügung gestellt), Arbeitsschutz

  • Größe des Beetes (genaue Abmessung vorher besorgen); in Schülerbeete einteilen; klären, welche Kinder als "Beetpartner" zusammen arbeiten möchten (siehe: "Anlegen der Schülerbeete")

  • Erstellen eines Anbauplanes mit den zur Verfügung stehenden Sorten (Keimdauer, Aussaattermin, Erntezeitpunkt beachten)

  • Saattechniken (siehe: "Bestellung der Beete")

  • Kennen lernen und Benennen der Arbeitsgeräte (siehe: "Die wichtigsten Arbeitsgeräte")

3.     Der erste Besuch im Schulgarten

Lehrkräfte, die den Garten noch nicht kennen, sollten den Schulgarten zuerst ohne die Klasse aufsuchen, um örtliche Gegebenheiten kennen zu lernen. Ratsam ist es, telefonisch mit den Mitarbeitern einen Termin zu vereinbaren, um sicherzustellen, dass auftretende Fragen an Ort und Stelle geklärt werden können.

Folgende Informationen werden eingeholt:

  • Wo befindet sich das Klassenbeet? Wo befinden sich die Toiletten und sanitären Anlagen?

  • Wo hängt der „Erste – Hilfe“ – Kasten? Welches Telefon kann ich im Notfall benutzen?

  • Steht ein Klassenzimmer zur Verfügung? (Anzahl der Plätze, Medienausstattung)

  •  Gibt es für Pausen Spiel- und Erholungsmöglichkeiten?

  •  Wo erhalte ich Saat- und Pflanzgut? Wie erfolgt die Ausgabe der benötigten Arbeitsgeräte? In welchem Umfang ist was vorhanden?

Erst wenn sich die Lehrkraft über diese genannten Gegebenheiten erkundigt hat, besucht dann die Klasse den Schulgarten. Wenn die Kinder den Garten noch nicht kennen, werden sie auf diesen Besuch sicher schon sehnsüchtig warten. Meistens sind sie von der Größe und von der Gestaltung unserer Gärten begeistert. Sie staunen, was es alles zu entdecken gibt und welche Möglichkeiten sich bieten. Der erste Besuch kann wesentlich mitentscheiden, ob die Kinder gern in den Garten gehen werden.
Zu Beginn erfolgt eine ausführliche Besichtigung des Gartens mit all seinen „Attraktionen“. Die Kinder erhalten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und eigene Erlebnisse einzubringen. An Ort und Stelle werden klare Verhaltensregeln, die der Sicherheit aller dienen, besprochen.
Beispielsweise gibt es im Garten in der Scharnweberstraße einen Teich, an dem man Kaulquappen beobachten kann. Je nach Alter der Schüler wird entschieden, dass Kinder nur in Begleitung der Lehrkraft an den Teichrand treten. Außerdem gibt es das Bienenhaus des Imkers, Abstand halten! Stechgefahr!
Manchmal kommt es vor, dass Schüler sich bei der Arbeit verletzen. Sie müssen wissen, dass sie Verletzungen dem Lehrer melden müssen, weil man mit offenen Wunden nicht in der Gartenerde arbeiten kann.
In einigen Gärten wird das Regenwasser zum Gießen benutzt. Es ist darauf zu achten, dass im Garten kein Wasser getrunken wird. Ausnahme bilden die Waschräume.
Die Kinder dürfen nur die Pflanzen essen, die vom Lehrer erlaubt wurden. Obst und Gemüse muss abgewaschen werden.
Den Abschluss der Besichtigung bildet das zukünftige Klassenbeet. Dort könnte ein selbst gestaltetes Schildchen mit Schulnamen und Klasse eingesteckt werden, um das Zugehörigkeits- und Verantwortungsgefühl zu stärken. Gleichzeitig wird ein geeignetes Plätzchen gesucht, an dem an den Gartentagen immer Rucksäcke und Kleidung abgelegt werden.

 

4.     Zweckmäßige Kleidung

Die Eltern werden über den Unterricht im Garten informiert. Stellen Sie klar, dass Kleidung bei der Gartenarbeit beschmutzt werden kann oder es auch passieren kann, dass etwas zerreißt. Deshalb also „Gartensachen“ anziehen. Festes Schuhwerk, lange Hose und Regenjacke gehören zur Grundausstattung. Jedes Kind entscheidet selbst, ob es Arbeitshandschuhe tragen möchte. Da Handschuhe nicht zur Verfügung gestellt werden, bringt jeder seine Handschuhe selbst mit.
Im ersten Moment erscheint der Arbeitsaufwand groß. Aber bei guter Vorbereitung wird der Unterrichtstag in der Natur für Ihre Klasse und auch für Sie zu einem kollektiven Erlebnis, das Freude bereitet und so manches Kind zu Leistungen anspornt, die Sie nie vermutet hätten. Gerade „schwierige“ Kinder nutzen im Garten die Chance, ihre „Schokoladenseite“ zu zeigen.

 

Die Arbeit im Schulgarten soll Spaß machen und erfolgreich sein. Um das zu erreichen, ein paar Tipps:

  • Bescheiden beginnen, um Erfahrungen zu sammeln

  • Gut planen, flexibel bleiben (Witterungsabhängigkeit)

  • Eventuell in Gruppen arbeiten

  • Mithilfe einer zweiten Lehrkraft oder eines Elternteils ist sinnvoll

  • Theorie, Planung und Diskussion im Klassenzimmer,
    Arbeit, Beobachtung, Sinneswahrnehmung im Garten

  •  Genaue Arbeitsanweisungen geben! Arbeitsabläufe und Handgriffe demonstrieren!

  • Zweckmäßige Geräte verwenden

  • Schüler an der Planung beteiligen

  • Pausen und Frühstück einplanen

Wichtigstes Ziel ist die Fülle von Erlebnissen und Erkenntnissen über die Natur und ihre Wunder

 

Bitte beachten Sie unsere Fortbildungs-, Informations- und Anmeldungstermine auf der Seite "Aktuelles"!

 

 
 

Kopiervorlage Elternbrief

Liebe Eltern!                                                                         Berlin, ................................

 

In diesem Schuljahr werden wir einen Teil der Unterrichtszeit im Schulgarten verbringen.

Der Garten befindet sich .....................................................................................

Unser Gartentag wird immer der ...............................von .......................Uhr

bis ...........................Uhr sein.

 Wir werden dort ein Klassenbeet betreuen und beobachten, wie Samen keimen, Gemüse und Blumen gedeihen, Früchte reifen und wie kleine Tiere leben. Es findet also aktiver Unterricht im Freien statt.
Da wir gärtnerisch tätig werden, benötigt Ihr Kind zweckmäßige Bekleidung, die auch schmutzig werden darf. Wertsachen und Schmuck bleiben am Schulgartentag bitte zu Hause. Unbedingt erforderlich ist festes Schuhwerk, empfehlenswert sind lange Hose und je nach Wetterlage eine Regenjacke. Wer möchte, kann sich auch Arbeits- oder Gummihandschuhe mitbringen.

Schicken Sie Ihrem Kind am Gartentag einen Rucksack mit Frühstück und Getränk, Seife und Handtuch, Federtasche und einem kleinen Spiel mit. Die Schulmappe bleibt zu Hause.
(Ausnahme: Bei Dauerregen entfällt unser Gartentag und die Kinder kommen mit Mappe zur Schule.)

 Wünschen Sie mehr Informationen über den Schulgarten, interessiert Sie gar eine Mithilfe, würde mich dies sehr freuen.

 Mit freundlichen Grüßen

 ........................................

             Klassenlehrer/in

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 Name des Kindes: .......................................................................

o  Ich habe den Brief über die geplante Schulgartenarbeit erhalten und zur Kenntnis genommen.

o  Ich wünsche einen Gesprächstermin, um mehr über den Schulgarten zu erfahren.

o  Ich interessiere mich für eine Mithilfe im Schulgarten.

(Zutreffendes 3 bitte ankreuzen und bis zum .................................................... zurückgeben.)

Unterschrift der Eltern: .........................................................................
 

 

Bevor es losgeht ....
Faltblatt A4 zum Download

 

 

Literatur:
WINKEL (Hrsg.): „Das Schulgarten Handbuch“, Friedrich Verlag, Seelze, 1997
LOHRI u.a.: „Der Schulgarten“ , Schroedel-Verlag 1986/87
DIETEL 1994: „Kinder, Gärten, Natur...“, Luchterhand Verlag
AUERNHEIMER: Der naturnahe Schulgarten“, Verlag Ludwig Auer, 1991
BIRKENBEIL 1999:
"Schulgärten“, Verlag Eugen Ulmer.