Gärtnerischer Grundkurs

 

Bestellung der Beete

(Faltblatt [A2])

 

„Wer ernten will, muss säen!“

Nach der Aussaat wird die Geduld eines Gärtners, und besonders die Geduld des kindlichen Gärtners, auf die Probe gestellt. Bis sich endlich etwas regt und ein Keimling aus dem Samen schießt, heißt es warten.
Nachdem Beete und Wege angelegt sind, muss der Boden für die neuen Pflanzen vorbereitet werden. Dazu muss das Erdreich gegrubbert und anschließend geharkt werden, damit die Erdoberfläche gelockert und möglichst feinkrümelig wird.
Bei der Bestellung wird gesät oder gepflanzt. Ein sorgfältiges Vorgehen ist wichtige Voraussetzung für gute Ernteergebnisse.

Wir unterscheiden verschiedene Arten der Bestellung:


 

Von der Größe der Pflanzen zum Erntezeitpunkt wird der Platz, den sie zum Wachsen benötigen bestimmt. Damit Pflegegeräte eingesetzt werden können, wird meist in Reihen gesät oder gepflanzt. Den Abstand von Reihe zu Reihe nennt man Reihenabstand. Der Abstand zwischen den Pflanzen in einer Reihe ist der Pflanzenabstand. Auf jeder handelsüblichen Saatguttüte werden dazu Angaben gemacht.
Das Saatgut unterscheidet sich in Größe, Form und Farbe. Je nach Größe der Samenkörner und nach Zweck der Bestellung entscheiden wir uns für verschiedene Aussaatverfahren
(siehe Tabelle).
Nach der sogenannten Keimzeit, also nach der Anzahl der Tage zwischen Aussaat und dem Erscheinen der Keimblätter an der Bodenoberfläche, unterscheiden wir schnellkeimende
(z.B. Radieschen) und langsamkeimende Samen (z.B. Möhre). Daher ist es ratsam bei der Aussaat unter langsam keimende Samen einige schnell keimende Samen zu mischen. Man erreicht so, dass die Reihen frühzeitig zum Hacken markiert werden und zwei Gemüse geerntet werden können. Diese Vorgehensweise nennt man Markiersaat.

Aussaatverfahren:

Reihensaat

Bei der Reihensaat werden die Samenkörner gleichmäßig in Saatreihen (Saatrillen) gesät. Dabei sind Reihenabstand und Aussaattiefe zu beachten! Aus Platzgründen wird später oft ein  Vereinzeln der Pflanzen notwendig.

Lochsaat

In bestimmten Abständen werden immer mehrere Samenkörner zusammen in ein Loch gesät. Auch hier sind Pflanzabstände zu beachten.
 

Breitsaat

Bei der Breitsaat werden die gesamten Samenkörner auf der ganzen Fläche verteilt. Dieses Aussaatverfahren wird vorwiegend zur Jungpflanzen-Anzucht oder auch zur Gründüngung benutzt.
 


Arbeits- und Informationsmaterial für die Schüler:
 

   

Name:                                                                 Datum:

 Die Aussaat

SÄEN ist das Einbringen von Samenkörnern in die Erde.
Das SAATGUT unterscheidet sich in Größe, Form und Farbe. (z.B. Möhren haben kleine braune Samen und Bohnen haben große weiße Samen.)
Als KEIMZEIT bezeichnen wir die Anzahl der Tage, die zwischen der Aussat und dem Erscheinen der Keimblätter an der Erdoberfläche vergehen.
Gemüsepflanzen, die eine kurze Keimzeit haben bezeichnen wir als SCHNELLKEIMER (z.B. Radieschen).
Gemüsepflanzen, die nur eine lange Keimdauer haben, bezeichnen wir als LANGSAMKEIMER (z.B. Möhre). 

Wir unterscheiden verschiedene AUSSAATVERFAHREN:

1. Reihensaat
Bei der Reihensaat werden die Samenkörner gleichmäßig in die Saatreihen gesät.

 

 

2. Lochsaat
Bei der Lochsaat werden immer mehrere Samenkörner in bestimmten Abständen in ein Loch gesät.

  

 

2. Breitsaat
Bei der Breitsaat werden alle Samenkörner gleichmäßig auf der Fläche verteilt.

  

 

Aufgabe:
Zeichne die verschiedenen Aussaatverfahren in die Kästchen ein.
Ein Kasten stellt jeweils einen Beetausschnitt dar!
 

 
 
 
 

Name:                                                                 Datum:

Welche Pflanze wird wie ausgesät?

Lochsaat Reihensaat Breitsaat
Gemüse Blumen Küchen-kräuter und Gemüse Blumen Küchen-kräuter und Gemüse Blumen

 

Buschbohne
Erbse
Große Bohne
Gurke
Kürbis
Mais
Stangenbohne

 

Kapuziner-kresse
Sonnenblume
Ziermais
 

 

Bohnenkraut
Dill
Karotte
Majoran
Mangold
Möhren
Petersilie
Pflücksalat
Radieschen
Rettich
Rote Rübe
Schwarz-wurzel
Schnittspinat
Zwiebel

 

 

Chinanelke
Cosmea
Jungfer im Grünen
Kielwucher-
blume
Kronen-
wucherblume
Saatwucher-
blume
Ringelblume
Ziergras

 

Bohnenkraut
Dill
Gartenkresse
Gründüngung
Majoran
Radieschen
Spinat

 

Blumenwiese
Nemesie
Ringelblume

 

Quelle: verändert nach WINKEL, G.: Das Schulgarten Handbuch, Seelze, 1997,  S.86

 

 

 

  Tipps für den Besuch in der Gartenarbeitsschule:

Sie und Ihre Schüler/innen können nach unserer Saatgutliste eigenverantwortlich bestimmen, was auf Ihrem Klassenbeet angebaut wird. Bereits während der Planungsphase entscheiden sich die Kinder für verschiedene Gemüse- oder Blumensorten. Beachtet werden müssen der Aussaattermin, der Pflanzabstand und die Ansprüche der Pflanzen.
Die wichtigsten Informationen zu den verschiedenen Sorten finden Sie auf den Etiketten unserer Saatguttüten und in den Materialien unseres Gärtnerischen Grundkurses.

Beispiel eines Etiketts:

Zur Aussaat benötigte Geräte:


Gartenarbeitsschule Saatgut

RADIESCHEN (Sorte: Eiszapfen)
Wissenschaftl. Artname: Raphanus s. sativus
Familie: Kreuzblütler (Cruciferae)
* Pflanzabstand: 20 x 4 cm
* Aussaattermin: 13. Woche bis 37. Woche
* Erntezeitpunkt: nach ca. 4 Wochen
 


Markierhölzchen
Messlatte
Gartenschnur
Harke
Grubber
Reihenzieher
Beetlageplan
Saatgutübersicht


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