Themen des Monats

 

Thema des Monats [17]:
Winterfütterung für Vögel

 

Millionen von Mark geben Vogelfreunde jährlich für Winterfutter aus. Wie sinnvoll das Geld angelegt ist, darüber streiten sich Ökologen und Tierfreunde. Erstere geben zu bedenken, dass man mit der Fütterung nicht den wirklich gefährdeten Arten hilft, die meist gar nicht ans Vogelhaus kommen. Vielmehr profitieren die Allerweltsarten, deren Bestand auch durch winterliche Verluste nicht vom Aussterben bedroht wäre. Damit ist zu erwarten, dass durch die Fütterung mehr dieser Vogelarten den Winter überleben als normalerweise. Im Frühjahr kann es dann zu besonders heftigen Konkurrenzkämpfen um Nahrung und Nistplätze kommen. Dabei sind die aus dem Süden zurückkehrenden Zugvögel, von ihrer weiten Reise geschwächt, den wohlgenährten „Stubenhockern“ deutlich unterlegen.

Andererseits aber gilt das Prinzip: Man schützt nur was man kennt. Und auch „Allerweltsarten“ sind zunehmend in ihrem Bestand gefährdet. Der Haussperling beispielsweise ist daher der „Vogel des Jahres 2002“! Die Winterfütterung ist für Kinder und Jugendliche in erster Linie lehrreich; sie vermittelt Wissen und Einsichten, den (hoffentlich) richtigen Umgang mit und die erforderliche Zuneigung zur Natur und ihren Geschöpfen.

 

  Eine Winterfütterung ist dann sinnvoll, wenn .... 
  • man nur in wirklichen Notzeiten, bei Frost und  Schnee, füttert,
  • man spätestens Ende Februar/ Anfang März  aufhört zu füttern, damit die Vögel vor der Jungenaufzucht wieder an „Normalkost“ gewöhnt sind. Mit  Haferflocken und Rosinen gefütterte Jungen leiden  später häufig an Entwicklungsschäden,
  • man auf jeden Fall ohne Pause weiterfüttert, solange das schlechte Wetter anhält. Die Vögel sind  an ihre Futterstelle gewöhnt und würden sonst  innerhalb von Stunden verhungern,
  • man auch die Zugvögel fördert, z.B. durch Nistgehölze.

 

  Bau eines Futterhäuschens

    
1.
Du benötigst dazu Reste von Sperr- oder Leimholzplatten.     
Zeichne dir die Bauteile für das Apfelhäuschen mit einem Bleistift auf. Die Größen und Formen kannst du beliebig verändern, solange in der Mitte der „Hauswand“ ausreichend Platz für einen Apfel bleibt. Achte darauf, dass das Unterteil nicht viel breiter als 5 bis
7 cm wird.
Auf dem Brett sollte sich kein Kot ansammeln, durch den Krankheiten und Parasiten übertragen werden können.

2. Säge die vier Bauteile mit einer Stichsäge aus. Vergiss nicht, auch das Loch für den Apfel auszusägen. Leime und/oder nagle die Teile zusammen.

3. Bohre in die Schmalseiten der Hauswand ein winziges Loch. Stecke einen Schaschlikspieß hindurch. Bohre den Spieß durch einen Apfel und drücke die Spitze in die gegenüber liegende Schmalseite. Nun brauchst du nur noch einen Haken in das Hausdach zu drehen und schon kannst du das Futterhäuschen draußen aufhängen. Über das Obst, das ruhig schon schrumpelig sein kann, freuen sich vor allem Amseln, aber auch Rot- und Wacholderdrosseln.

--> Zum Apfelthema!

    
 

 

Nahrhafter Baumschmuck – die Alternative zum Meisenknödel

1. Du benötigst 1 kg Rindertalg und 1 kg Vogelfutter; hierbei können auch Reste von Sonnenblumenkernen, Haferflocken und anderen Körnern verwendet werden (evtl. im Naturkostladen nachfragen).
2. Erhitze den Rindertalg vorsichtig in einem Topf auf dem Herd. Wenn der Talg cremig wird, rühre das Vogelfutter hinein und vermische es gut mit dem Fett. Achte darauf, dass die Mischung nicht zu heiß wird!!!
3. Belege ein Backblech mit Backpapier. Verteile einige größere Plätzchen-Ausstechformen auf dem Blech. Fülle die Fett-Futter-Mischung mit einem Löffel in die Förmchen.
4. Warte, bis das Fett kalt und fest geworden ist. Umwickle die gefüllten Formen dann mit bunten Schnüren oder Wollfäden. Hänge sie an Bändern in Sträucher und Bäume.

    
  Die Vogelschutzwarte des Landes Nordrhein-Westfalen gibt folgenden Tipp:
Man kann geeignetes Winterfutter kaufen, aber vor allem ein nahrhaftes Fettfutter auch selbst leicht herstellen. Hierzu wird ausgelassenes und ungesalzenes Rinderfett geschmolzen, pro Pfund 1 Esslöffel Speiseöl zugegeben, damit das Fett bei tieferen Temperaturen nicht zu hart wird und etwa die doppelte Menge an leicht abgequetschten Körnern (am besten ein Gemisch aus Sonnenblumen, Hanf und etwas Mohn) und Haferflocken untergemischt. Diese Masse füllt man in Blumentöpfe oder ähnliche Gefäße, durch deren Bodenloch oder eine gebohrte Öffnung ein Stock oder Draht gezogen wurde, der ca.
10 cm über den Rand des Gefäßes hinausragt. Hieran können sich besonders die Meisen gut festklammern. Nach dem Erkalten der Fettfutter-Mischung hängt man diese Gefäße umgekehrt an Bäumen etc. auf.
 
 

Alles fertig? Na dann ......

  • Futterbehälter möglichst katzensicher (ab etwa 1,50 m Höhe) und wettergeschützt aufhängen,

  • lieber mehrere kleine Futterstellen statt eines großen Futterplatzes einrichten. Das vermeidet
    Konkurrenz und hält die Vögel in Bewegung !

  • Futterbehälter frei aufhängen; so kann sich kaum Kot sammeln und eine Übertragung von Parasiten, Salmonellen und anderen Krankheitserregern wird vermieden. 

  • Sauberkeit ist erste Pflicht! Futterhäuschen regelmäßig reinigen (Gummihandschuhe anziehen!); bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt wöchentlich mit heißem Wasser schrubben.

  • Keine zu großen Mengen an Futter anbieten, damit es nicht verdirbt.

  • Niemals salzige Essensreste verfüttern!

Faltblatt[17] Winterfütterung zum Herunterladen

 

 Tipps für den Besuch in der
     Gartenarbeitsschule:                                                                      

-   Besuchen Sie mit Ihren Schülern unsere
    „Musterhaus-Wand“ für Singvögel (neben der Werkstatt)!
-   Beobachten Sie die Vögel am Wald-Pfad
-   Artenkenntnis: Singvögel
-  
CD-ROM: Singvögel
-  
Videos
-   Thema: Bau von Nisthilfen (Meisenkasten)

 Entdecke die Möglichkeiten!

In der Gartenarbeitsschule Wedding (Scharnweberstr. 159) befindet sich eine Holzwerkstatt, in der die Futterhäuschen gebaut werden können.
Es gibt sechs Hobelbänke, so dass die Zahl der gleichzeitig arbeitenden Schüler sinnvollerweise auf 12 (bis max. 18) begrenzt werden sollte. Die Werkzeuge für diese Schülerzahl sind vorhanden. Die Materialkosten für ein Vogelhäuschen liegen bei ca. 2 €.
Ferner verfügt die GAS Wedding über eine kleine Küche, in der die Zubereitung des „nahrhaften Baumschmucks“ erfolgen könnte. Hier kann allerdings immer nur eine Arbeitsgruppe gleichzeitig tätig sein.

B
itte sprechen Sie die Materialfrage vorher mit uns ab! Sie können die notwendigen „Zutaten“ selber besorgen; wir sind Ihnen aber auch gern bei einer kostengünstigen Beschaffung behilflich.