Thema des Monats

Thema des Monats:                            [18]

Der Weihnachtsstern


Würde man die beliebteste Topfpflanze des Monats Dezember wählen, so hätte der Weihnachtsstern gute Chancen die Wahl zu gewinnen. Mit auffallenden und dekorativen großen roten, rosafarbenen bis weißen einfarbigen und mehrfarbigen Hochblättern geschmückt, findet man ihn etwa ab November überall im Gartenhandel.
Stern der Azteken, Feuerblume der Mexikaner, Poinsettie, Christstern und Adventsstern sind Synonyme für den beliebten Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima), den man inzwischen als "Kultpflanze der Weihnachtszeit" bezeichnen kann.

Botanikseite zum Weihnachtsstern

mehr zu Euphorbien

Die Heimat unseres Weihnachtssterns ist das tropische Mittelamerika. Die dort wild vorkommenden Sträucher werden drei bis fünf Meter hoch. Im Hochtal von Mexiko kultivierten die zu den Azteken gehörenden Nahua-Indianer den Weihnachtsstern schon im 14. Jahrhundert als Heilpflanze gegen Fieber und gewannen aus den roten Hochblättern Farbe. Franziskaner-Mönche siedelten sich im 17. Jahrhunderts in Mittelamerika an und nutzten als erste die Pflanze auch als vorweihnachtlichen Schmuck. Um die Wende des siebzehnten Jahrhunderts (1799-1804) entdeckte Alexander Freiherr von Humboldt, Naturforscher und Geograph, während seiner Amerikareise diesen Strauch und brachte ihn nach Europa. Joel Robert Poinzette, der erste amerikanische Botschafter in Mexiko, der ein großer Pflanzenliebhaber war, soll die Pflanze unter den Weihnachtsdekorationen der Azteken entdeckt haben und führte um 1825 den Weihnachtsstern in die USA ein. So entstand der Name „Poinsettia“ für den Weihnachtsstern, der noch heute in England und USA gebräuchlich ist. In Deutschland war der blühende Stern lange nur in den Botanischen Gärten bekannt. Gärtner produzierten die Pflanze als Schnittblume und erst seit 1950 setzte sich zunehmend die Topfkultur durch. Bei uns hat der Weihnachtsstern durch gärtnerische Kulturtechniken im tiefen Winter sein Hoch und kann selbstverständlich nur als Zimmerpflanze gedeihen. 

Botanisch gehört der Weihnachtsstern zu den Wolfsmilchgewächsen bzw. Euphorbiaceae.
Diese sind mit ca. 7500 bekannten Arten eine der artenreichsten Pflanzenfamilien, die durch verschiedenste Abwandlungen ihrer (vegetativen) Pflanzenorgane an sehr unterschiedliche Lebensräume angepasst sind.
Das namensgebende und typische Merkmal der Wolfsmilchgewächse ist ihr Milchsaft; ungegliederte Milchröhren mit weißem oder farbigem, manchmal stark giftigem Inhalt durchziehen alle vegetativen Pflanzenteile. Allerdings gibt es auch Ausnahmen; z.B. enthält das einheimische Bingelkraut (Mercurialis perenne) keinen Milchsaft.

 

Angaben zur Giftigkeit des Weihnachtssterns sind widersprüchlich. Es ist empfehlenswert, die Pflanze beim Umtopfen oder bei der Stecklingsvermehrung mit Handschuhen anzufassen.

Der Giftnotruf Berlin macht zu diesem Thema folgende Angaben:
" Die hierzulande im Handel zu beziehenden Weihnachtssterne sind fast ausnahmslos Zuchtformen. In den Wildformen sind Diterpenester enthalten, die zu Erbrechen, Durchfall, Benommenheit und Schläfrigkeit führen können. Zittern und erhöhter Temperatur werden ebenfalls beschrieben. In den Zuchtformen sind diese für den Menschen und einige Tierarten giftigen Bestandteile nicht mehr, oder nur in untergeordneten Massen enthalten. (...) Als Zusammenfassung kann man einschätzen, dass der Weihnachtsstern für den Menschen zu den gering giftigen Pflanzen zählt und demzufolge auch in Haushalten mit Kleinkindern ohne Probleme aufgestellt werden kann. Vorsicht ist bei Haustieren angesagt."
http://www.giftnotruf.de/pflanzen/euphorb.htm


      Links: 

    Literatur:
Schmeil, O., Seybold, Dr. A.: Lehrbuch der Botanik, Heidelberg 1958
Rauh, W., Senghas, K.: Schmeil-Fitschen, Flora von Deutschland und seinen
                                   angrenzenden Gebieten, Heidelberg 1976
Strasburger, E. u.a.: Lehrbuch der Botanik, Stuttgart 1971
Hiller, K., Bickerich, G.: Giftpflanzen, Leipzig - Jena - Berlin, 1990