![]() |
WACHOLDER(Juniperus communis) |
![]() |
|
|
Allgemeines Das lateinische Wort juniperus oder der keltische Name juneprus deuten auf den scharfen Geschmack hin, der auch den Namen Genever für den Wacholderschnaps gab. Der Artname communis bedeutet, dass diese Art sehr häufig vorkam. Der
Name Wacholder leitet sich vom althochdeutschen Wort wehhal für
lebensfrisch, immergrün, kräftig ab, von dem sich wiederum das
mittelhochdeutsche Wort wechalter stammt. Daraus entstand dann Wacholder.
Weitere Namen waren Feuerbaum, Wachandel, Kranawitten, Weckhalter und
Weihrauchbaum. |
|
|
Botanische Stichpunkte Der
Gewöhnliche Wacholder hat normalerweise die Form eines Busches, der 12m
erreichen kann.
|
||
| Systematische Einordnung: Wacholder bildet die Gattung Juniperus in der Familie Cupressaceae. Der Gewöhnliche Wacholder wird als Juniperus communis eingeordnet und der Virginische Wacholder als Juniperus virginiana.Der Wacholder ist eine Pflanzengattung mit rund 60 Arten immergrüner Sträucher und Bäume, die in der nördlichen Hemisphäre beheimatet sind. | ||
|
Merkmale:
|
||
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
| Standort und Verbreitung: |
|
Wacholder wächst
auf trockenem Kalboden, er gedeiht aber auch auf kalkfreiem Grund Er liebt Sonne und meidet schattige Stellen. Deshalb wächst er gerne auf den hochgelegenen Matten der Alpen. Allerdings ist er auch ein typisches Gewächs der norddeutschen Heidelandschaften. Wacholder findet man in den Heiden des Tieflandes (Lüneburger Heide), aber auch an Berghängen und im Unterholz der Mittelgebirge. Die in diesen Landschaften weidenden Schafe fressen zwar das Laub anderer Gebüsche, verschonen jedoch den Wacholder wegen seiner spitzen Nadeln, und erzeugen so die typische Wacholderheide. Da die Schafhaltung in Mitteleuropa immer mehr abnimmt, gehen auch die Wacholderbestände zurück. |

|
Bestimmungsmerkmale des Wacholderbaums Der
Wacholder ist gerne was Besonderes. Und deswegen leicht zu erkennen. Das
fängt beim Habitus, der Erscheinungsform, an. Außerdem solltest du beim Anschauen des Wacholders wissen, dass es nur männliche oder weibliche Exemplare gibt. Das wird botanisch als zweihäusig bezeichnet
|
|
|
Die Blätter
Juniperus communis besitzt im Gegensatz zu vielen anderen Wacholderarten
keine schuppenförmigen, sondern ausschließlich
Schau sie dir einmal von ganz nah an!
|
![]() |
|
Knospen entwickelt dieses Gehölz erst gar nicht: einige unterentwickelte Nadeln schützen die Triebspitze. Kein Wunder, dass der Wacholder sogar im Winter weiter wachsen kann, wenn die Witterung mal länger warm genug ist. Und die Seitenknospen machen was sie wollen, sie befinden sich alle in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. |
|
|
Arbeitsaufträge:
|
|
| Verwendung des Wacholders in der Medizin | ||
|
Geschichtliches: Bereits im Mittelalter wurde Wacholder häufig in der Heilkunde verwendet. Die Ernte der Beerenzapfen ist allerdings sehr mühsam und unangenehm wegen der stechenden Nadeln. Man nahm ihn bei Husten, dem Biss giftiger Tiere, Wassersucht, bei Ohnmacht, Zahnschmerzen, sogar gegen die Pest wurde er eingesetzt. |
||
|
|
|
|
|
Ein Zitat aus dem Kräuterbuch des Apothekers Tabernaemontanus (1520-1590): “Die Wacholderbeeren in Wein gesotten / und darvon getruncken / ist gut den jungen Kindern / so einen starcken schwären athem haben / daß sie bisweilen auch Blut auswerffen / und soll eine gewisse Kunst seyn / dann es zertheilet den Schleim in der Brust / und machet denselbigen desto leichter auswerffen. Den Safft aus den Blättern mit Wein getruncken / ist gut wider die Schlangenbiß. ... Zur Zeit der Pestilenz soll man die Beere in dem Mund kauen / so widerstehen sie dem giftigen Luft. ... Wo man das Holz / die Blätter und die Beere räuchert / da verkreucht sich alles Ungeziefer / und vertreiben den bösen Luft / bewahren auch für allem Gifft.”
In
der Volksheilkunde galt der Wacholder als sehr wertvoll. So nutzte man ihn
bei Husten, Appetitlosigkeit, bei Durchfällen, Leber- und Galleleiden und
natürlich zum Entwässern. . Pfarrer Kneipp empfahl dazu folgende Kur: Man
nimmt 3x täglich 1 Wacholderbeere am ersten Tag, steigert dann am zweiten
Tag auf 3x 2 Beeren, am dritten Tag auf 3x 3 usw., bis man 20 Tage voll hat
(am 20. Tag sind es dann insgesamt 60 Beeren). Dann geht das Ganze
rückwärts, 3x 20 Beeren, 3x 19 Beeren, bis man wieder bei 3x 1 Beere
angelangt ist. Danach muss man unbedingt eine Pause von über einem Monat
einlegen, ehe man eine neue Kur beginnt. Giftstoffe, Wirkung und Symptome: Am bekanntesten ist wohl die Verwendung der Beerenzapfen. In den Beerenzapfen finden sich neben Ölen in den Zapfenschuppen bis zu 30% Zucker. Deshalb werden sie vergoren und destilliert, wobei das Öl in das Produkt mit eingeht. Wacholder ist keine Giftpflanze, dennoch dürfen Menschen mit Nierenschädigungen die Beeren nicht zu sich nehmen. Auch bei gesunden Personen ist Vorsicht geboten, vor allem dürfen die Beeren nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, dies könnte Nierenschädigungen zur Folge haben. Das Wacholderöl wirkt hautreizend und sollte nur äußerlich und verdünnt angewandt werden. Auch Schwangere dürfen die Beeren und das Öl nicht zu sich nehmen und sich auch nicht damit einreiben. Weitere Verwendung:
Forstwirtschaftlich ist der Wacholder nur von geringer Bedeutung, so dass
bereits 1871 der Tharandter Forstbotaniker ROßMÄßLER sein Leben mit dem
eines forstlichen Proletariers verglich, um den sich niemand kümmert. |
||
|
Weitere
Tipps für die
Nutzung des Internets:
|
|
|
|
|
|
![]() |
|
|