Einladung zum Gartenspaziergang

 

Frühblüher -Zwiebelgewächse

So sieht es jetzt in unserem Wäldchen aus. Überall, wo die Sonne den Boden erwärmt und auftaut, kämpfen sich die ersten Frühlingsblüher mit ihrem frischen Grün aus dem alten Laub hervor. Die Scilla bilden einen blauen Teppich unter den Bäumen.

Der Blaustern (Scilla bifolia)

gehört zu den Liliengewächsen und wächst in Laub- und Auenwäldern Südosteuropas.  In freier Natur ist er sehr selten und zählt zu den geschützten Pflanzen.
Die Pflanze hat eine Höhe von 10 bis 20 cm. Die Blätter sind parallelnervig. Typisch für die Liliaceen sind auch die 6 Blütenblätter, die freistehend und sternförmig abstehend sind. Immer 2-8 Blüten sind zu einem Blütenstand zusammengefasst. Blütezeit ist März –April.

Jedes Jahr erneut bewundert  man die Kraft, die in den Pflanzen steckt und sie dazu bringt trotz Nachtfrösten und kalten Temperaturen so frühzeitig zu blühen.

Das Geheimnis sitzt in der Zwiebel.

 

 

Echte Zwiebeln bestehen aus einem stark gestauchten Spross, an dem die Zwiebelschuppen ansitzen. Diese stellen bleiche, also farblose, so genannte Niederblätter oder Blattscheiden dar, in denen Wasser und verschiedene Nährstoffe gespeichert sind. Dieser Zellsaft ist in den Vakuolen der Zellen eingelagert. Er schmeckt scharf und enthält eine Mischung aus Stoffen, die wie ein Frostschutzmittel wirken. An der Zwiebel setzen zahlreiche Wurzeln an, die den Trieb ernähren. Zwiebeln dienen dem Schutz des jungen Triebes und ermöglichen es der Pflanze, im Frühjahr sehr rasch auszutreiben und, da in der Zwiebel häufig die Blütenstände schon vorgebildet sind, schon nach kurzer Zeit zu blühen.
Tulpen, Osterglocken und Hyazinthen besitzen ebenfalls eine Zwiebel.
Das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) ist ebenfalls eine Zwiebelpflanze. Es blüht zu Beginn des Frühjahrs, oft noch bevor der letzte Schnee geschmolzen ist. Das Kleine Schneeglöckchen besitzt grashalm-ähnliche, bis zu 23 Zentimeter lange Blätter und erreicht eine Höhe von maximal 30 Zentimetern. Die robusten, mehrjährigen Krautpflanzen sind durch feste, blattlose Blütenstängel und hängende Blütenglocken gekennzeichnet. Die Blüten besitzen drei innere kürzere und drei äußere längere Kronblätter.
Es ist in Europa und Asien beheimatet und gehört zur Gattung der Amaryllisgewächse.

Photos :  Karin Selle  

Ideen für den Unterricht

Die Zwiebel während eines Jahres

Die Zwiebel ist ein gestauchter Trieb und ermöglicht es der Pflanze, im Frühjahr sehr rasch auszutreiben und, da in der Zwiebel häufig die Blütenstände schon vorgebildet sind, schon nach kurzer Zeit zu blühen. Man unterscheidet Zwiebeln mit etwa gleich großen, schalenförmigen, sehr dicht sitzenden Blättern, wie sie z. B. bei der Küchenzwiebel oder den Tulpen auftreten, sowie solche mit kurzen, schuppenartigen, lockerer angeordneten Blättern, wie z. B. beim Knoblauch oder den Lilien.
Zwiebeln sind bei solchen Gewächsen weit verbreitet, die aus Gebieten mit ausgeprägten Trockenperioden stammen. Während der Trockenzeit ruht die Pflanze, vor Austrocknung gut geschützt, in der Zwiebel unter der Erde. Nach der meist kurzen Regenperiode im Herbst bis zum Frühjahr kommen sie so rasch zum Blühen und Fruchten, dass dies bereits vor Einsetzen der Trockenheit abgeschlossen ist und sie sich wieder unter die Erde zurückziehen.
Zwiebeln sind aber auch ausgezeichnete Überwinterungshilfen. Im Frühjahr, wenn sie in den Wäldern noch viel Licht und Wasser bekommen, treiben sie aus, blühen und bilden Samen. Dann zieht die Pflanze alle Nährstoffe aus dem Blatt. Die Blätter vertrocknen. Unterirdisch bildet die alte Zwiebel für das nächste Jahr eine Ersatzzwiebel und mehrere kleine Brutzwiebeln, durch die sie sich ebenfalls vermehrt.

Aufgaben:
Beschreibe mit eigenen Worten die Entwicklung des Schneeglöckchens!
Informiere dich über die Vermehrung durch Samen und durch Brutzwiebeln. Erkläre den Unterschied!

AB-Das Schneeglöckchen1

AB-Das Schneeglöckchen2

Arbeitsfolie

Tipps für den Besuch in der Gartenarbeitsschule:

  • Machen Sie mit Ihren Schülern einen Rundgang durch den Schulgarten.

  • Bestimmen Sie verschiedene Frühblüher.

  • Vergleichen Sie verschiedene Anpassungen und Reserveorgane

  • Lassen Sie eine Tulpenblüte zeichnen und die Teile bestimmen.

  • Erarbeiten Sie ein Blütendiagramm

Faltblatt [02]   Frühlingsboten zum Herunterladen

Links und Literatur:

http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d00/inhalt.htm
http://www.botanik.ch/

  • UB Biologie 274 Mai 2002

  • UB 275 Juni 2002, S.44 Kurz, aber heftig: die ökologische Nische der Frühblüher

  • Was blüht denn da? Von Dieter Aichele, Kosmos-Verlag 1986

  • Pflanzenführer, Schauer, Caspari, BLV 1978