Thema des Monats

 
 

Die Liliengewächse (Liliaceae)

Bekanntester Vertreter der Liliaceae ist die Gartentulpe.
Tulpen bilden die Gattung Tulipa in der Familie Liliaceae.

Gut ist der typische Blütenbau der Liliaceae zu erkennen. Die Blüte ist dreizählig, d.h. sie hat eine durch drei teilbare Anzahl von Blütenblättern, Staubblättern und Fruchtblättern. So bilden die 3 Kelch- und die 3 Kronblätter eine gemeinsame, farbige Blütenhülle (Perianth), es gibt zwei Kreise von Staubblättern (Antheren) und die 3 Fruchtblätter sind zu einem Gynoeceum verwachsen.
Um das zu verdeutlichen, zeichnet man eine Blüte im Querschnitt als Blütendiagramm. Den Aufbau fasst man in einer Blütenformel zusammen.
 

Blütendiagramm einer Tulpe: 

Blütenformel:
 *P3+3 A3+3 3G(3)


Querschnitt des 3zähligen Stempels:


 

Arbeitsmaterial zum Blütenbau der Tulpe zum Herunterladen

Ideen für den Unterricht

  • Zupfe vorsichtig eine aufgeblühte Tulpe auseinander und leg sie dir in Kreisen auf ein Blatt.
     

  •  Nimm dann ein neues Blatt und zeichne die benötigten Blütenkreise auf.
     

  • Klebe deine Blütenblätter auf die Kreise und beschrifte deine Arbeit mit Hilfe des Informationstextes!

Die Tulpe hat als Nahrungsspeicher eine Zwiebel. Daraus wächst im Frühjahr die Sprossachse mit der Blüte.

Arbeitsmaterial zur Vermehrung der Tulpe zum Herunterladen

 

Typische Merkmale der Liliales
Systematische Einordnung: Liliengewächse bilden die Familie Liliaceae aus der Ordnung Liliales. Die Gattung Lauch wird systematisch als Allium bezeichnet. Zwiebeln stammen von der Art, die den wissenschaftlichen Namen Allium cepa trägt. Knoblauch wird wissenschaftlich als Allium sativum bezeichnet, Schnittlauch als Allium schoenoprasum und Porree als Allium porrum.
Für die Ordnung, zu der die Liliengewächse zählen, ist kennzeichnend, dass alle Teile des Perianths (Kelchblätter und Kronblätter) relativ undifferenziert und petaloid (kronblattartig) sind, weiter sind ein dreifächeriger Fruchtknoten (aus drei verwachsenen Fruchtblättern), im Allgemeinen mit Nektardrüsen zwischen den Kammern (sepale Nektarien) und relativ große Samen typisch, deren Nährgewebe (Endosperm) und Embryonen gut entwickelt sind.
Bei allen Wuchsformen sind die Sprossachsen in der Regel fleischig; sie entspringen aus unterirdischen Speicherorganen und haben charakteristische schmale, parallelnervige Blätter.

Liliales (aus Strasburger, Botanik

Der Blaustern und die Traubenhyazinthe
gehören beide zu den Liliengewächsen. Die Traubenhyazinthe ist eine Gartenzierpflanze, die aus dem Mittelmeerraum eingeführt wurde.
 

Geschichte der Gartentulpe

Die  Gartentulpe ist keine einheimische Wildpflanze, sondern stammt aus der Türkei. Dort fand unter Suleiman dem Prächtigen eine wahre Tulpenära statt.

Ihre europäische Erfolgsgeschichte beginnt im Jahr 1554 als der flämische Diplomat Ogier de Busbecq, Abgesandter des Kaisers Ferdinand I., Samen und Zwiebeln einer Pflanze nach Wien schickte, die er "Tulipam" nannte. Sie duftete kaum, wurde aber wegen ihrer Schönheit und Farbenvielfalt bewundert.
Der Name beruht wahrscheinlich auf einem Übersetzungsfehler.
Er verwechselte hier offensichtlich die Beschreibung des Dolmetschers der Form der Blume, die einem Turban (türkisch: tulband) gleicht, mit der Blume selbst. Der ursprüngliche Name der Tulpe ist Lâle.
Kaum fünf Jahre später sah Conrad Gesner in den Wiener Gärten Tulpen. Zwei Jahre später fand man sie bereits in Augsburg, und im folgenden Jahr erhielt ein Kaufmann in Antwerpen eine Ladung Blumenzwiebeln aus Konstantinopel. Von Flandern gelangte die Tulpe nach Holland und von dort nach ganz Europa
Das Interesse an der Tulpenzucht wuchs schnell. In Holland erreichte es im Jahr 1634 seinen Höhepunkt: Eine regelrechte Tulpenmanie entstand. Wilde Spekulationsgeschäfte beherrschten den Tulpenmarkt, und für einzelne Tulpenzwiebeln wurden enorme Preise gezahlt, so dass viele Händler und Privatleute bankrott gingen.
Auch heute noch gehört die Tulpe zu den beliebtesten Frühblühern in jedem Garten.
 
 

alle Photos  Karin Selle