Thema des Monats

 

Im Lehrgarten findet man verschiedene Frühblüher:
Neben der bekanntesten Speicherform, der Zwiebel, gibt es zur Überwinterung auch Erdsprosse und Knollen, die der Wurzel oder dem Spross entstammen können.
Die Schneerose oder Christrose (Helleborus niger)
blüht sehr früh im Jahr zwischen Dezember und März und gehört zu den ersten Frühlingsboten. Sie gehört zu den  Ranunculaceae. Die Christrose ist ein  ausdauerndes Kraut mit ledrigen, winterharten und dunkelgrünen  Blättern, die grundständig gestielt  und 7- 9teilig sind. Die Pflanze überwintert  mit einem kräftigen Erdspross von 10 cm Länge an dem feine Faserwurzeln hängen. Aufgrund der Schleimhaut reizenden Wirkung wird sie auch Nieswurz genannt.

Der alte Begriff Wurzelstock ist botanisch irreführend, denn es handelt sich um einen Sprossteil, der unter der Erde wächst. Das gleiche gilt für das Verwandte Buschwindröschen (Anemone nemorosa L ).

Das Scharbockskraut

Das Scharbockskraut gehört ebenfalls zu den Ranunculaceae. Es ist also ein Hahnenfußgewächs und hat eine 2-3 cm große Blüte  mit den typisch vielen Staubgefäßen. Die Zahl der grünen Kelchblätter liegt zwischen3-6 (5), die der gelben Blütenblätter zwischen6 bis 14 (10). Es blüht im März bis April an feuchten, schattigen Stellen und tritt in großer Zahl auf. Die Laubblätter sind glatt und glänzend. Sie sitzen wechselständig am Stängel. Es bildet Wurzelknollen,die zur Blütezeit einen scharfen Saft enthalten. Früher wurde der Saft gegen den Scharbock (heute Skorbut -eine Vitamin C- Mangelerkrankung - genannt) eingenommen. An den Wurzelknollen sind die feinen Faserwurzeln zur Wasseraufnahme.

Das Scharbockskraut ist ein wahrer Vermehrungskünstler.

Die Wurzelknollen  speichern die Reservestoffe für das nächste Frühjahr. Im nächsten Jahr bildet die Pflanze vermehrt neue Knollen aus. Außerdem bilden sich aber in den Blattachseln noch Brutknollen (Bulbillen), die abfallen und zu neuen Pflanzen auskeimen können. Beides ist eine ungeschlechtliche (vegetative) Vermehrung. Das in Mitteleuropa beheimatete Scharbockskraut ist tetraploid und vermehrt sich nur vegetativ. Bei anderen Unterarten bilden die Blüten auch noch Samen (geschlechtliche Vermehrung).
Eine gute Versuchs- und Beobachtungsanleitung finden Sie in Unterricht Biologie  - Pflanzen züchten und vermehren (UB 274  Mai 2002, S.19). Das Heft enthält viele weitere interessante Unterrichtshilfen.

SUZ-AB  Das Scharbockskraut

Krokusse
Krokusse bilden die Gattung Crocus aus der Familie Iridaceae (Schwertliliengewächse). Der Krokus ist eine  aus Südeuropa und Asien stammende Gattung überwiegend winterharter, mehrjähriger Knollengewächse.
Krokusse bilden einzelne, röhrenförmige Blüten mit  3 Kron- und 3 Kelchblättern gleicher Farbe.
Sie besitzen als Schwertliliengewächse stets drei Staubgefäße, der Fruchtknoten ist unterständig, unterhalb der relativ langen Röhre in der Erde verborgen.  

 

Blüten und die grasartige Blätter wachsen  aus einer unterirdischen Speicherknolle, die einem Sprossteil entspricht, heran.

Zu den Frühjahrsblühern in den Gärten zählen neben den vielfarbigen Gartenkrokussen der zartviolette Elfenkrokus.
 Die Gartenkrokusse heißen botanisch Crocus-Hybriden. Zu ihr zählen etwa 80 Arten, wobei einige im Frühjahr blühen.
Der echte Safran wird als Crocus sativus bezeichnet und blüht erst im Herbst.  Aus dieser Krokusart werden die Staubfäden gezupft und getrocknet. Die mühsame Handarbeit bei der Ernte lässt Safran auch heute noch zu den teuersten Gewürzen gehören.

Zu den Schwertliliengewächsen gehören viele Irisarten, die man oft in den Gärten findet.

Sie besitzen ebenfalls Sprossknollen.

Der Lerchensporn  
Neben den Krokussen wuchert der Lerchensporn in den Beeten. Der Lerchensporn gehört zu den Mohngewächsen (Papaveraceae). Seine Blüten bilden endständige Trauben, deren Sporn waagerecht oder leicht hochgestellt ist. Er blüht im Frühling in lichten Laubwäldern und im Gebüsch. Als Speicherorgan besitzt er eine nicht-hohle Knolle. Hier sind besonders viele Alkaloide gespeichert, die die Pflanze giftig machen.
Die Samen des Lerchensporns werden durch Ameisen verbreitet.
Knollen sind Speicherorgane
Als Knollen bezeichnet man rundliche, verdickte meist unterirdische Speicherorgane . Dabei werden je nach Bildung Sprossknollen, die aus umgebildeten Sprossachsen hervorgehen, und Wurzelknollen, wie etwa bei den Dahlien oder der Batate (Süßkartoffel) unterschieden. Bei den Sprossknollen gibt es so genannte Hypokotylknollen, die aus dem Hypokotyl (unterster Sprossabschnitt zwischen Wurzelansatz und erstem Keimblatt) entstehen und daher oberirdisch sind – etwa bei Radieschen oder Alpenveilchen –, und die echten Sprossknollen, die aus anderen Sprossabschnitten gebildet werden – wie bei der Kartoffel und beim Kohlrabi. Sprossknollen erkennt man daran, dass sie im Unterschied zu Wurzelknollen Seitenknospen („Augen”) besitzen, die zu Blättern oder Trieben austreiben können. Knollen haben stets (im Gegensatz zur Zwiebel) einen gleichförmigen, ungegliederten Aufbau. Die in den Knollen gespeicherte Stärke dient den Jungpflanzen als Nahrung, bis sie soweit herangereift sind, dass sie eigene Wurzelsysteme bilden.

 Photos:  Karin Selle