Fleischfressende Pflanzen

 

 

INSEKTIVORE:
Die Gruppe der "Fleischfressenden Pflanzen" umfasst ca. 480 Arten.

 

Insektenfangende Pflanzen sind in allen Erdteilen an unterschiedlichen Standorten zu finden. Es gibt Arten, die ständig im Wasser leben, solche die in den Tropen auf Bäumen wachsen (Epiphyten). In Europa kommen diese Pflanzen hauptsächlich in feuchten Moorgebieten vor. Diese Standorte haben alle eines gemeinsam: Sie sind außerordentlich nährstoffarm und haben einen eher sauren pH-Wert. Einen Teil der Nährstoffe kann die Pflanze also dann durch das Fangen und "Verdauen" von Insekten erlangen. Die Pflanzen sind aber auf diese tierische Nahrungsquelle nicht angewiesen!

 
 
  Die Fangmechanismen sind unterschiedlich konstruiert und beruhen einerseits auf der Absonderung eines Sekrets (der Duft lockt die Insekten an, sie kleben daran fest und werden dadurch verdaut). Andererseits gibt es bestimmte ausgeklügelte Bauformen des Blattes, die einer Falle gleichen und die Insekten dadurch festhalten können!
 

Man kann die "Fleischfressenden Pflanzen" in drei Gruppen unterscheiden:

A     Pflanzen mit Klebfallen:

Sonnentau (Drosera capensis)

Diese Art stammt aus Südafrika. Insgesamt sind ca. 138 Arten bekannt. In Europa finden sich Sonnentau-Arten nur in Mooren. Diese Standorte sind sehr feucht, können aber in einigen Monaten auch völlig austrocknen.

Die rötlichen Drüsenköpfchen entwickeln den klebrigen Fangschleim. Dieser enthält außerdem Verdauungsenzyme und Stoffe, die die gelösten Nährstoffe aus dem Insekt dann in die Pflanze überführen (Resorption).

 

 


Abb. aus Schmeil Pflanzenkunde 1967

Fettkraut (Pinguicula x Sethos, Kulturhybride)

Die Gattung der Fettkräuter ist mit ca. 55 Arten auf der nördlichen Halbkugel (arktische Zone) bis in die Tropen vertreten. Auf den Blättern entwickeln sich gestielte, schleimige Klebdrüsen und sitzende Verdauungsdrüsen. Die Pflanze entwickelt veilchenähnliche Blüten.

 

 

     
B     Pflanzen mit Fallgruben:

Schlauchpflanzen (Serracenia spec.)

 

   

  Es sind 8 Arten bekannt. Die Schlauchblätter entspringen rosettenförmig einem Rhizom (Erdspross). Der unbewegliche Deckel dieser Blattfallen besitzt Nektarien. Sie locken die Insekten an. Eine Nektarspur führt ins Innere des Schlauches. Dort geht die Spur in eine Gleitzone über, die die Insekten unweigerlich ins Tiefe stürzen lässt. Hier sondern die Drüsen enzymhaltige Sekrete ab, die die Verdauung der Insekten bewirken.

 

Kannenpflanzen (Nepenthes spec. 'Alata')

Kannenpflanzen benötigen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Der Fangmechanismus ist ähnlich wie bei den Schlauchpflanzen. Es sind ca. 73 Arten bekannt.

 

 
C     Pflanzen mit Klappfallen:    

Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula)

In der Mitte der Blattfläche befinden sich Fühlborsten, die bei Berührung durch ein Insekt zuschnappen. Ist ein Insekt gefangen worden, so wird es innerhalb von ca. einer Woche durch die Sekrete der Blattoberfläche verdaut. Dieser Vorgang kann aber bei jedem Blatt nur einige, wenige Male ablaufen. Das Blatt stirbt dann langsam ab.

 

   
Faltblatt[33] Insektivore
zum Herunterladen
 

 Entdecke die Möglichkeiten!

Im Gewächshaus in der Scharnweberstr. 159 kann man einige
Fleischfressende Pflanzen anschauen!  Alle hier angeführten Gruppen sind vertreten.

Literatur: JAENICKE (Hrsg.) 1999: "Materialienhandbuch....Reizphysiologie",
Band 7, Aulis Verlag, Köln, S.320

Das Schweizer Schulnetz bietet Unterrichtsmaterial zu diesem Thema unter folgender Adresse an:

http://www.schulnetz.ch/unterrichten/fachbereiche/botanik/insekten_fresser/insektivoren.html

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