Thema des Monats: Bienen

(Photo: Karin Selle)

Die Honigbiene (Apis mellifica)

Die Bienen gehören zu den staatenbildenden Insekten. Im  Sommer leben in einem einzigen Bienenstock   etwa 40.000 bis 70.000 Bienen. Die meisten sind Arbeiterinnen. Das sind weibliche Bienen, die allerdings verkümmerte Eierstöcke haben.
Jeder Bienenstaat hat nur eine Königin. Sie hat sich aus einer befruchteten Eizelle zu dem einzigen  Weibchen entwickelt, das einen vollständigen Geschlechtsapparat hat und Eier legen kann. Sie sorgt damit für den Bestand des Volkes. Gut an ihrem plumpen Körper mit dem runden Hinterleib zu erkennen, sind die Drohnen.Das sind die männlichen Bienen, die aus unbefruchteten Eizellen entstanden sind.

a) Drohn (18mm)   b) Arbeiterin (14mm)  c) Königin (20mm) Von ihnen gibt es im Stock nur einige Hundert Tiere. Sie fliegen mit einer neu geschlüpften Königin aus, um diese beim Hochzeitsflug zu begatten. Während die neue Königin zurück zu ihrem Volk in den Stock fliegt, werden die Drohnen von den Wächterbienen am Einflugloch abgewehrt und getötet. Dieser Vorgang wird als Drohnenschlacht bezeichnet.

 

Abb. links und unten aus Lebendige Welt, Harry Garms,
Braunschweig 1958

 

Neben unserem Bienenhaus befindet sich ein Schaukasten mit einer Glasscheibe, die den direkten Blick in eine Wabe erlaubt.
So kann jeder Beobachter die speziell gekennzeichnete Königin erkennen. Ebenso kann man die Bienen bei ihrer Arbeit im Stock  und die verschiedenen Zellen beobachten.
Oben gibt es die Vorratszellen: gedeckelte Honigzellen, offene Honigzellen und Pollenzellen.
Darunter liegen die Brutzellen. Die größeren sind für die Drohnen, die kleineren für die Arbeitsbienen. Die Königin bestiftet diese Zellen. So wird in der Fachsprache die Eiablage genannt. Dabei wird die Königin ständig von ihren Arbeiterinnen umsorgt und gefüttert. Bei diesem Kontakt gibt sie ständig wichtige "Signal-" oder "Botenstoffe" an ihr Volk weiter, die durch Betteln und Füttern verteilt werden. So regiert die Königin ihren Stock.
Die tonnenförmige, große Zellen ganz unten an der Wabe nennt der Imker Weiselzellen oder -wiegen. In ihnen wachsen junge Königinnen, die Weisel heran. Sie werden durch die Arbeitsbienen mit besonders wertvoller Nahrung gefüttert. Das geschieht aber auch nur auf ein Signal der alten Königin hin, wenn das Volk groß genug ist. Die alte Königin muss nämlich vor dem Schlüpfen der neuen Königin mit einer Gruppe von Arbeiterinnen den Stock verlassen. Sie schwärmt aus und gründet ein neues Volk. Ist die neue Königin geschlüpft, fliegt sie nach spätestens 14 Tagen zum Hochzeitsflug aus.

Der Körperbau der Bienen

Die Biene zeigt die für Insekten typische Dreiteilung im Körperbau.
Sie gliedert sich in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). Bienen gehören zu den Hautflüglern und besitzen am Brustabschnitt 4 dünne Flügel. Am Thorax sitzen auch die 3 Beinpaare. Das erste Paar hat eine Putzscharte, das dritte Beinpaar ist als Sammelbein mit Körbchen, Pollenkamm und Bürste ausgestattet.

 

Der Hinterleib hat an der Unterseite Wachsdrüsen. Damit kann die Arbeitsbiene Wachsplättchen zum Wabenbau ausschwitzen. Der Kopf trägt die Fühler, drei Punktaugen und 2 große Facettenaugen. Die Mundwerkzeuge sind sehr speziell geformt.
Abb. oben  und unten  aus Wunderwelt der Bienen und Ameisen, Band 19 aus der Reihe: Was ist Was , Tesloff-Verlag Hamburg, 1987

Die Entwicklung einer Arbeitsbiene

Die Arbeitsbiene entwickelt sich aus einer Eizelle. Daraus wird eine Larve, die sich später zur Puppe "verpuppt". In diesem Kokon verändert sich die Körpergestalt zum Imago, der erwachsenen Arbeitsbiene.
Diese Entwicklungsschritte nennt man
vollständige Metamorphose.

  1. Offene Honigzelle
  2. Pollenzelle
     
  3. Königin bestiftet Zelle.
  4. Ei liegt offen  in einer Zelle.
  5. Das Ei entwickelt sich innerhalb von 3 Tagen zur Rundmade.
  6. Sie wird von einer Arbeiterin gefüttert.
  7. Nach 6-7 Tagen ist die Larve zur Streckmade herangewachsen und die Zelle wird gedeckelt.
  8. Nach 9 Tagen setzt die Verpuppung ein.
  9. Dann dauert es noch 11 Tage bis die Verwandlung abgeschlossen ist und die Arbeiterin schlüpft.
     
  10. und 11. sind ebenfalls Vorratszellen.

Der Bienentanz

Der Bienentanz lässt sich gut mit Hilfe von selbst gemachten Modellen im Unterricht erarbeiten. Während der Rundtanz nur Auskunft darüber gibt, dass eine Nahrungsquelle in der Nähe ist, enthält der Schwänzeltanz noch Informationen über Reichhaltigkeit und Richtung im Bezug zum Sonnenstand vom Abflugloch gesehen.

Abb. re und li  aus Wunderwelt der Bienen und Ameisen, Band 19 aus der Reihe: Was ist Was , Tesloff-Verlag Hamburg, 1987

Das Bienenhaus im Schulgarten

Die Bienen sind wieder unterwegs und ein Besuch des Bienenhauses  auf  dem Gelände an der Scharnweberstraße  bietet die Möglichkeit Bienenwaben und ihre Bewohner direkt zu erleben. Wer daran interessiert ist, kann sich zur Terminabsprache mit dem SUZ-Mitte in Verbindung setzen.

 

 

Tipps für den Unterricht

Beobachtungsaufträge am Schaukasten:

  • Beobachtung von Bienen, Drohnen und Königin
  • Suchen von Arbeiterinnen-, Drohnen und Königinnenzellen
  • Beobachtung und Verfolgung einer Biene, die Pollen einträgt.
  • Studium des Verhalten am Flugloch
  • Verfolgung des Bienentanzes: Deuten des Tanzes und Suche der (Pollen-) Trachtquelle.

Beobachtung im Freiland:

  • Futterschale mit Zuckerwasser aufstellen: Futteraufnahme beobachten
  • Beobachtung von Bienen auf Blüten: Pollensammeln, Nektarsaugen,

Nutzen Sie unsere Klassenräume und Binokulare:

  • Betrachtung des Körperbaus unter dem Binokular, Zuordnung der Körperteile.
  • Untersuchung und Zeichnung der Sammelbeine.

 
Literatur:
Unterricht Biologie, Heft 283, Thema: Honigbienen, April 2003,

Wunderwelt der Bienen und Ameisen, Band 19 aus der Reihe: Was ist Was , Tesloff-Verlag Hamburg, 1987

LINKS:

http://www.bienen.ch/deutsch/lehrer.htm

http://www.apis.admin.ch/deutsch/pdf/Biologie/Bestaeubung.pdf

Enthält Fotos über die Entwicklung:
http://www.frankenhonig.de

Der Vorarlberger Bildungsserver bietet viele Biologie-Informationen, darunter auch eine Seite über Bienen:

http://www.vobs.at/bio/Referate/r-bienen.htm


Biene mit gefüllten Höschen
(Photo: Karin Selle)