Baumrinden

 
 

Winterbäume - an der Rinde bestimmen

Bäume lassen auch im Winter mit Hilfe ihrer äußeren Rinde bestimmen, allerdings geht es nicht so einfach wie im Sommer anhand der Blätter.
Man muss gut hinschauen und Übung besitzen, um die Unterschiede in der Musterung zu sehen. An älteren Bäumen lassen sich die arteigenen Muster besser erkennen als an ganz jungen Bäumen.

Einige Bäume haben allerdings eine ganz typische Rinde. Jeder kennt das schwarz-weiße Muster der Birke. Das  gelb ,grau und grüne Fleckenmuster der Platane ist ebenso einprägsam  wie  der glatte, silbrige Stamm der Rotbuche. Sie sind in der ersten Reihe abgebildet.

Die bekanntesten Bäume sind Kastanie, Ahorn und Eiche. Blätter und Früchte kann auch ein botanischer Laie zuordnen. Gilt das aber auch für die Rinden, die in der zweiten Reihe zu sehen sind?

Wer es versuchen möchte, sollte es tun. Hilfe gibt nach kurzer Zeit der Mauszeiger, der die Namen verrät.

Photos: Karin Selle

Weitere Bilder finden sich unter http://www.baumkunde.de/baumbestimmung/laubhoelzer/bestimmung-rinde.php

Die äußere Schicht der Rinde besteht aus toten Zellen und wird Borke genannt. In lebende Rindenzellen wird Kork eingebaut. Mit zunehmendem Alter des Baumes werden diese Korkschichten immer dicker und zerreißen zu Platten oder Längsstreifen. So entsteht das arttypische Borkenmuster.

Man findet eine so genannte Plattenborken, die aus mehreren, größeren Platten zusammengesetzt sind, z.B. bei der Platane, eine Schuppenborke mit schuppenartigem Aufbau  bei Eichen – oder die Ringelborke, bei der sich die äußeren Schichten ring- oder streifenartig ablösen – bekannt z. B. bei der Birke.

Bedeutung der Rinde

Schichten des Stammes

 

Die eigentliche Rinde liegt unter der toten Borke.
Bäume nehmen jedes Jahr an Umfang zu. Dafür sorgt eine dünne Wachstumsschicht, das Kambium. Nach innen bildet diese Schicht ständig neue Holzzellen, nach außen werden neue Rindenzellen gebildet.

 

Die Rinde wird durch zahlreiche Poren durchbrochen. Durch Einlagerung von Kork werden die Rindenzellen zu Korkzellen verdichtet. Die Korkzellen bewirken einen wasserdichten Abschluss und sind häufig mit Gerbstoffen (Tannine oder Gerbsäuren) imprägniert, die Schutz vor schädigenden Insekten und auch Mikroorganismen wie Pilzen und Bakterien bewirken.  Verletzungen der Borke und Rinde können meist verheilen , bieten aber immer eine Angriffsfläche für Krankheiten. Deshalb sind Schnitzereien oder das Anbringen von Nägeln am Baum nicht gut für die Baumgesundheit.

 

  • Aktivitäten:
  • Beliebt und bekannt ist ein Tastspiel , bei dem mit verbundenen Augen verschiedene Rinden betastet und beschrieben werden müssen.
    Anhand der erfühlten Beschreibung soll der Baum später visuell wieder erkannt werden.
    Hierbei wird der oft vernachlässigte Tastsinn geschult. Die Kinder konzentrieren sich auf einen Reiz.
  • Die Beschreibung der Rinden erfordert einen speziellen Wortschatz, der bei diesem Spiel trainiert und erweitert werden kann. Denkbar ist eine Wortliste, die den Kindern zur Verfügung gestellt wird.
  • Jüngere Kinder stellen auch gerne Abriebbilder her, bei der mit flach gelegter Kreide und dünnem Papier ein Rindenrelief abgenommen wird