Winterknospen

 
Fachinformationen

Knospen im Unterricht  -
Erkennen und Beschreiben der Vielfalt

 

 
 

Zweige und Knospen

Zur Baumbestimmung im Winter lassen sich neben der Rinde auch gut die Blatt- und Blütenknospen nutzen, die bereits im Herbst für das nächste Frühjahr angelegt werden. Zur Bestimmung werden immer die jüngsten Triebe genutzt. Es handelt sich dabei um Langtriebe. Sie sind deutlich durch mehrere Ringe von den vorjährigen abgesetzt. diese Jahresringe sind die alten Narben der Knospenschuppen. Beim Austreiben der Knospen fallen die Schuppen ab und hinterlassen an den Trieben deutliche, ringförmige Narben. Eine Knospe, die am Ende eines Zweiges oder Triebes steht, nennt man End-, Gipfel- oder terminale Knospe. Sitzt sie dagegen seitlich an einem Trieb, wird sie als laterale oder Seitenknospe bezeichnet. An älteren Zweigen sitzen häufig Kurztriebe. Sie sehen gestaucht aus.

 
 

 

 
 

Knospenschuppen

Knospen sind junge, noch unentwickelte Triebe einer Pflanze mit vorgebildeten Blättern oder Blüten. Man unterscheidet Blattknospen, Blütenknospen und so genannte gemischte Knospen, die sowohl Blätter als auch Blüten hervorbringen.

Bei holzigen Pflanzen der kalten und gemäßigten Klimazonen werden Knospen meist durch umgestaltete Blätter, die Knospenschuppen, gegen Austrocknung und Kälte geschützt. Diese sind oft von derber Konsistenz und durch Harze verklebt.

Die Anzahl und Höhe der Knospenschuppen sind ein Bestimmungsmerkmal. Außerdem können die Knospenschuppen bewimpert oder filzig behaart sein.

 
 

Blattnarbe mit Spuren

Die Abbruchstellen der Blätter bezeichnet man als Blattnarben, die auf ihnen sichtbaren Punkte als Spuren.
Es handelt sich dabei um verschlossene Leitbündel. An der Zahl der Leitbündel kann man ebenfalls Rückschlüsse auf die Gehölzart ziehen.

                              AB-Knospen

 

Sitz der Knospen  am Zweig

 
 
 
 

Seitenknospen können  gegenständig oder wechselständig angeordnet sein.

Gegenständige Knospen sitzen sich genau gegenüber auf gleicher Höhe am Zweig. Typisch gegenständige Knospen hat die Kastanie (links). Sie können aber auch leicht verschoben sein wie bei der Esche (mittleres Bild), hier sitzt das nächste Knospenpaar versetzt (kreuzgegenständig)
Sitzt am Zweig in einer Höhe nur eine Knospe, spricht man von wechselständig
z.B. die Linde, die Buche und ganz rechts die Pappel.
Wechselständige Knospen können spiralig oder zweizeilig angeordnet sein. Interessant ist auch, ob die Knospen anliegend sind oder abstehen.

Faltblatt[20] Winterknospen

 

 
 

Knospen im Unterricht- Erkennen und Beschreiben der Vielfalt

 
 

Untersuchung und Beschreibung von Knospen im Freiland

Rotbuche  Traubeneiche
Stieleiche
Schwarzerle
Sommerlinde
Sandbirke
Trauerweide
Rosskastanie
Gemeine Esche
Bergahorn
Eschenahorn
Spitzahorn
Platane
Pappel
Robinie

Photos: Karin Selle

 
 

Zeichnungen anfertigen - Sehen lernen

Entwicklung eines eigenen Bestimmungsschlüssels

 

 
 

Selbst gesammelte Winterknospen zuordnen  - Arbeiten mit einem dichotomen Bestimmungsschlüssel

Bäume im Winter - Wuchsformen und Knospen

Dichotomer Bestimmungsschlüssel für Zweige im Winterzustand

Bei dieser Tabelle musst du dich beginnend bei 1 zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden. Ist die Antwort „ja“, folge dem Verweis, bei „nein“ musst du einen Schritt weiter zu Frage 1a!

1

Knospen gegenständig

weiter nach 2

1a

Knospen wechselständig

weiter nach 5

2

Knospen braun oder schwarz

weiter nach 3

2a

Knospen grünlich oder rötlich

weiter nach 4

3

Knospen sehr groß, klebrig, glänzend braun

Rosskastanie

3a

Knospen kleiner, schwarz oder schwarzbraun

Gemeine Esche

4

Knospen grünlich, Knospenschuppen mit dunklem Rand

Bergahorn

4a

Knospen rötlich

Spitzahorn

5

Knospen zweizeilig angeordnet

weiter nach 6

5a

Knospen spiralig angeordnet

weiter nach 8

6

Knospen mit 2 oder 3 Knospenschuppen, eiförmig, grün bis rötlich, glänzend

Sommerlinde

6a

Knospen mit mehr als 3 Knospenschuppen

weiter nach 7

7

Knospen mehr als zweimal so lang wie dick, spitz, vom Zweig abstehend

Rotbuche

7a

Knospen weniger als zweimal so lang wie dick, schräg über Blattnarbe stehend, dunkelbraun, mehr oder weniger behaart

Feldulme

8

Knospen mit 2 oder 3 Knospenschuppen, auf einem Stielchen stehend, grün bis blaurot

Schwarzerle

8a

Knospen mit mehr als 3 Knospenschuppen

weiter nach 9

9

Mehrere Knospen an einem Zweigende

Stieleiche

9a

Knospen nicht am Zweigende gehäuft, eiförmig, oft klebrig

Sandbirke

 

Fertige eine Skizze eines Zweiges an!
Bestimme anhand der Knospen den Baum. Benutze dazu den Bestimmungsschlüssel!

Entwicklung eines eigenen Bestimmungsschlüssel in Form eines Binärbaums

   
 

 

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