Holzbildung und Jahresringe
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| Bäume sind die größten
Lebewesen der Erde und können Lebensspannen von mehreren tausend Jahren
erreichen. Sie produzieren den wohl wichtigsten Bau- und Werkstoff, nämlich
Holz. Das Alter von Bäumen lässt sich an der Zahl der Jahresringe ablesen.
Diese Altersbestimmung mit Hilfe der Jahresringe wird als
Dendrochronologie bezeichnet. |
| Auf dem
linken Photo kann man am Stamm einer gefällten Fichte auf der
Schnittfläche schon mit bloßem Auge konzentrische Ringe
unterschiedlicher Dicke erkennen. Dabei handelt es sich um den
jährlichen Dickenzuwachs des Stammes, der durch die winterliche
Ruheperiode unterbrochen wird. Bei der Zellteilung werden im Frühjahr
Zellen mit großem Durchmesser gebildet, im Sommer nur noch kleinere. |
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| Diese
sich Jahr für Jahr wiederholende Abfolge von dicken und dünnen Elementen ist
im Holzquerschnitt klar zu erkennen. Sie wird bei Nadelbäumen besonders
deutlich. Bei den Laubhölzern ist der Bau des Holzes komplizierter und
die Ringe sind nicht so ausgeprägt zu erkennen. |
Schichten eines
Stammes
Man unterscheidet beim Stamm von
außen nach innen verschiedene Schichten.
Ganz außen ist der Baum von toten Zellen, der Borke geschützt. Darauf folgt
der Bastteil. Bei einigen Baumarten sind diese Bastfasern sehr ausgeprägt.
Bast und Borke gemeinsam bezeichnet man auch als Rinde.
Die Bastzellen (Phloem) dienen während ihrer kurzen Lebenszeit dem
Nährstofftransport. Die äußeren Rindenzellen lagern Kork ein und geben im
abgestorbenen Zustand als Borke dem Stamm den äußeren Schutz. |
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Die 3. Schicht von außen ist das
Kambium. Dieses Gewebe ist der wachsende Teil des Baumes. Seine Zellen
teilen sich und erzeugen nach außen jährlich neue Bastzellen und nach innen
neue Holzzellen.
Die Holzzellen kann man bei manchen
Baumarten noch deutlich in Splint- und Kernholz unterscheiden. |
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Das hellere, äußere Splintholz (Xylem)
dient der Wasserleitung, das innere und dunklere Kernholz ist tot. Nach
Einlagerung von Lignin ist es für die Stabilität des immer größer
werdenden Baumes zuständig. Mit dem beginnenden Wachstum in
jedem Frühjahr bildet das Kambium im Stamm entsprechend dem großen
Wasserbedarf beim Austrieb dicke Xylemröhrenzellen, so dass im Sommer nur
noch wenige enge Xylemröhren gebildet werden müssen. Dieser Wechsel ist dann
als Jahresring zu erkennen. |
Beobachtungsaufgaben:
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Untersuche an einer Baumscheibe die
einzelnen Gewebebereiche, markiere sie mit Stecknadeln und
beschrifteten Zetteln.
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Versuche mit Hilfe der
Jahresringe das Alter zu bestimmen.
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Vergleiche eine Nadelholzscheibe
mit einer Laubbaumscheibe!
Wie wird aus einem
Keimling ein dicker Baumstamm?
Unsere
einheimischen Laub- und Nadelbäume sind dikotyl, d.h. aus ihren Samen
sprießen Pflänzchen mit 2 Keimblättern. Palmen sind dagegen monokotyl und
haben nur ein Keimblatt. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil nur dikotyle
Bäume ein sekundäres Dickenwachstum haben.
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Buche -Keimling
(Abb aus Amann,
Bäume und Sträucher des Waldes, 1954) |
Junge Fichte |
Kiefer - Keimling
(Abb aus Amann,
Bäume und Sträucher des Waldes, 1954) |
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Primärer Bau der Sprossachse |
Bei der Keimung des Samens bilden sich
durch Zellteilung und Differenzierung Wurzel, Sprossachse und die beiden
Keimblätter.
Die Sprossachse hat zwei wichtige Aufgaben. Sie muss den Transport
von Wasser und allen anderen Stoffen gewährleisten und die Festigung
der Pflanze übernehmen. Teilungsfähiges Gewebe wird als Meristem bezeichnet.
Solch ein Meristem ist auch das Prokambium (grün gekennzeichneten) ,
dass die Leitbündel bildet. Schneidet man einen jungen Spross quer,
dann sieht man im jungen Querschnitt (Abb. a) deutlich die
Transportgefäße, die zu Leitbündeln zusammengefasst sind. Aufgrund ihrer Anordnung im Spross und ihrer mechanischen Eigenschaften
können sie auch die Funktion der Festigung übernehmen. Bei einer
ringförmigen Anordnung im Achsenquerschnitt ergibt sich eine Gliederung.
Der innere Teil des Grundgewebes wird als Mark bezeichnet, der periphere als Rinde. Das Abschlussgewebe ist die Epidermis.
Mark- und Rindenmeristem sorgen für das primäre Dickenwachstum der
Sprossachse. Im weiteren Verlauf teilt sich das hier grün gezeichnete
Kambium weiter und bewirkt das sekundäre Dickenwachstum (Abb. b, beide
verändert aus Springer Biologie).
Die Leitbündel nehmen mehr Raum ein und werden nur noch durch dünne
Markstahlen voneinander getrennt. |
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Das sekundäre
Dickenwachstum bei dikotylen Bäumen
In den Leitbündeln selbst unterscheidet man drei Gewebeschichten:
die
innen liegenden, größeren
Xylemzellen,
in der Mitte
das teilungsfähige Kambium
und
außen
die im Querschnitt kleineren Phloemzelle.
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Holzteil (Xylem) |
Die Wachstumsschicht
(Kambium) |
Sieb- oder Bastteil
(Phloem) |
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Hs -
Holzspeicherzellen
Tr - Treppengefäße
R - Ringgefäße
Sp -
Spiralgefäße
Gz - Geleitzelle
Tü -
Tüpfelgefäße |
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Sr - Siebröhren
G - Geleitzellen
Bf - Bastzellen |
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Das Kambium entsteht aus dem Prokambium und ist als Meristem ein teilungsfähiges Gewebe.
Es ist für das sekundäre Dickenwachstum der Bäume verantwortlich. Wenn es sich während des
Wachstums weiter teilt, bildet es zuerst einen geschlossenen Kambiumring.
In jedem Vegetationszyklus
werden nach innen und außen neue Zellen gebildet, die sich dann spezialisieren. |
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Nach außen hin werden die Siebzellen des Phloems gebildet. Sie heißen
so, weil die Wände der aufeinander stehenden Zellen durchlöchert sind. Beim
Stofftransport befördern sie die im Blatt bei der Photosynthese gebildeten
Assimilate durch die Sprossachse bis zur Wurzel. Die energiehaltigen
Traubenzuckermoleküle (Glucose) werden unter anderem zu Zellulose verkettet,
die eine wichtige Bausubstanz der Pflanze ist. Zur Versorgung der Siebzellen
gibt es noch die Geleitzellen. Im Laufe der Zeit lagern die Siebzellen Kork
ein, sterben ab und werden zu Bastzellen und schließlich zur Borke. |
Für die Wasserleitung von der Wurzel zum Blatt sind die innen liegenden
Wasserleitelemente des Xylems zuständig, die das Wasser mit den
Mineralien aus der Wurzel nach oben in die Blätter leiten.
Im jedem Frühjahr werden neue weiträumigen Xylemzellen als
Wasserleitungsbahnen gebildet. Dabei unterscheidet man Tracheiden und
Tracheen. Tracheiden sind stark verlängerte mit reich getüpfelten
Schrägwänden aneinander grenzende einzelne Zellen. Sie stehen über
Tüpfel mit ihren Nachbarzellen in Verbindung. Tracheiden mit besonders
ausgeprägten Holztüpfeln sind für Nadelhölzer typisch.
Laubhölzer haben außerdem noch Tracheen. Die einzelnen Tracheenglieder sind
besonders weitlumige Zellen, bei denen sich die Querwände fast vollständig
aufgelöst haben. Die Längswände haben zur bessere Elastizität und Festigkeit
unterschiedliche Stabilisierungselemente eingebaut. So unterscheidet man je
nach Form Ring-, Spiral- und Treppengefäße. Da der Xylemteil aus toten
Zellen besteht, liegen um diese Gefäße immer noch lebende Parenchymzellen,
die Geleitzellen herum.
Bei Laubhölzern differenzieren sich die Xylemzellen in mehreren Schritten
aus und reifen zu Holzspeicherzellen, indem sie immer mehr Lignin
einlagern und schließlich absterben. Sie dienen der Stabilität und bilden
das Kernholz. |
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