Rund um die Kartoffel

 

Die Kartoffelpflanze

 

I Allgemeine Botanik

Die Kartoffel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Es sind rund 1700 Arten der Gattung Solanum bekannt. Eine der wichtigsten Arten, die weltweite Bedeutung gewann, ist Solanum tuberosum. Alle oberirdischen Teile der Kartoffel – nicht jedoch die Knollen – enthalten das giftige Alkaloid Solanin, das für die gesamte Gattung charakteristisch ist.
Die Pflanze wächst eigentlich mehrjährig, wird im Anbau aber einjährig gezogen. Sie entwickelt sich aus der unterirdischen Sprossknolle, die mehrere so genannte schlafende Augen besitzt. Aus diesen treiben die bis zu einen Meter langen, reich beblätterten Triebe, die dem Boden aufliegen oder aufrecht wachsen. Die Blätter sind gefiedert, die sternförmigen Blüten weiß oder violett gefärbt. Als Frucht bilden die Pflanzen eine vielsamige, etwa kirschgroße Beere.
Die ungenießbaren Früchte, botanisch Beeren, sind grün und ähneln unreifen Tomaten Die Samen werden nur zur Züchtung verwendet.

Im Ackerbau erfolgt die Vermehrung durch Auslegen der Knollen, aus deren Augen sich aufrechte Laubsprosse entwickeln. Von ihren
unterirdischen Abschnitten gehen Ausläufer aus, die sich im Sprossbereich verdicken. In diesen Sprossknollen werden vor dem Absterben der oberirdischen Lauftriebe alle Assimilate gespeichert . Frisch geerntete Kartoffeln enthalten etwa 78 Prozent Wasser, 18 Prozent Stärke, 2,2 Prozent Protein, 1 Prozent Mineralstoffe, 0,1 Prozent Fett und mehrere Vitamine. Ungefähr 75 Prozent des Trockengewichts sind Kohlenhydrate.

 

Aufgabe

  • Lies dir den unten stehenden Text genau durch!

  • Beschrifte die Abbildung deines Arbeitsblattes mit den richtigen Fachbegriffen!

  • Erkläre, warum dir Kartoffel keine Wurzelknolle, sondern eine Sprossknolle ist!

II. Die Kartoffelpflanze

Bestandteile der Pflanze über der Erde:

Blüte

Die Bestandteile der Blütenhülle sind ein kleiner, bis auf fünf Zipfel verwachsener Kelch und eine fünfzipflige Blumenkrone, die sich radförmig entfaltet. Der Stempel mit dem oberständigen, zweifächrigen Fruchtknoten wird von fünf Staubblättern umstanden. Die länglichen, gelben Staubbeutel legen sich zu einem Kegel zusammen, aus dessen Spitze nur die Narbe hervorragt. Sie hängen schräg nach unten. In den Blüten befindet sich kein Nektar und sie entwickeln fast keinen Blütenstaub.

Blätter

Die Blätter sind groß, unpaarig und unterbrochen gefiedert, das heißt, große und kleine Fiederblättchen wechseln miteinander ab. Die Blätter werden voll belichtet.

Frucht
Die grünen Beeren bilden sich nach der Bestäubung des Fruchtknotens. Diese Beeren enthalten das starke Gift Solanin. Innerhalb der Beere befinden sich viele kleine Samen.

Bestandteile der Pflanze unter der Erde:

Mutterknolle
Die Mutterknolle ist eine schon gereifte und geerntete Kartoffel, die eingepflanzt wird und aus der die neue Kartoffelpflanze entsteht. Sie bildet unterhalb der Erde Laubsprosse, die zu unterirdischen Ausläufern auswachsen.

Ausläufer mit jungen Knollen

Sind die Ausläufer mit Erde bedeckt, bilden sie keine Blätter, sondern Wurzeln. Die Ausläufer verdicken sich zu den Niederblätter tragenden Knollen. Knospen werden als „Augen“ oder „Keime“ bezeichnet und liegen unter den besonders am vorderen Ende dicht stehenden Niederblättern. Die Ausläufer sind keine Wurzeln, sondern Stängel– oder Sprossteile, an deren verdickten Enden sich die neuen Kartoffeln bilden. Deshalb wird die Kartoffel auch als Stängel- oder Sprossknolle bezeichnet. Die Knolle wird als Nahrungsmittel verwendet und enthält sehr viele Vitamine und Mineralstoffe, sowie Stärke und Wasser. Kleine Tochterkartoffeln werden für das nächste Jahr als Saatkartoffeln genutzt.

Wurzeln
Die Wurzeln versorgen die Pflanze mit Nährsalzen und Wasser aus dem Boden.

Arbeitsblatt: Bau der Kartoffelpflanze

Projekt Kartoffel