Rund um die Kartoffel

 

Der Kartoffelkäfer

 

I. Der Kartoffelkäfer ist ein Insekt

Der Kartoffelkäfer gehört zur Familie der Blattkäfer und zur Unterfamilie der Chrysomelinae. Mit seinen 539 Arten aus 71 Gattungen gehört der Blattkäfer zu den artenreichsten Käferfamilien der Welt.

Aussehen

Der Kartoffelkäfer ist leicht an seinen gelb-schwarzen Längsstreifen zu erkennen. Er ist ca. 1cm groß. Er hat eine rundliche Körperform und ist etwas länger als breit. Seine Laufbeine enden mit ausgeprägten, runden Haken, so dass er sich gut festhalten kann.         

Körperbau:

Der Körper gliedert sich in drei Teile, den Kopf, den Brustabschnitt und den Hinterleib.       
Er besitzt wie alle Insekten eine feste Hülle aus Chitin, das Außenskelett. Der Kopf ist Träger der Augen, Fühler und der Mundwerkzeuge.         
Am Brustabschnitt sitzen 3 Beinpaare und 2 Flügelpaare. Die Deckflügel sind fest und decken den Hinterleib ab.  Unter den Deckflügeln liegt das Hautflügelpaar. Es  dient zum Fliegen und ist das eigentliche Antriebsorgan.         
Der Hinterleib setzt sich aus mehreren Segmenten zusammen, die wiederum aus festen Chitinplatten bestehen und durch Häute miteinander verbunden sind. Dadurch erhält der Hinterleib eine gewisse Beweglichkeit.

II. Entwicklung

Es gibt 4 Entwicklungsstadien des Kartoffelkäfers. Das Weibchen legt Eier, .aus denen die gefräßigen Larven schlüpfen. Die Larven gehen in ein Ruhestadium über und verpuppen sich. Innerhalb der Puppe vollzieht sich die Umwandlung zum Käfer. Diese vier Schritte sind für alle Insekten typisch. Man nennt diesen Vorgang eine vollkommenen Verwandlung (Metamorphose).          
Ei:

Die Kartoffelkäferweibchen legen im Juni ihre Gelege von je 30 Eiern an die Unterseite des Blattes der Kartoffelpflanze ab. In einem ganzen Sommer kann das Weibchen 700 - 800 Eier legen. Da es mindestens zwei Sommer überlebt, legt es in ihrem gesamten Leben ca. 1500 Eier.

Larve:

Etwa fünf Tage nachdem die Eier gelegt worden sind, schlüpfen die Larven. Die Larven brauchen für ihre Entwicklung viel Wärme und Energie. Die Larve frisst sich nun durch die Oberseite der Blätter. Hier muss sie sich häuten, da ihre Larvenhaut nicht mit wächst.
Siehe die Abbildung unten rechts!

  AB- Der Kartoffelkäfer ist ein Insekt

Puppe:

Nach 2 bis 4 Wochen verpuppt sich die Larve. Die Verpuppung findet im Boden statt und innerhalb von 24 Tagen entwickelt sie sich in ihrer Puppenhülle zum Käfer.

Vollinsekt:

Der Jungkäfer verharrt noch einige Zeit im Boden, bis er bei einer Durchschnittstemperatur von 17°C aus dem Boden hervorkommt. Sofort begibt er sich auf Nahrungssuche. Die gesamte Entwicklung dauert 50 - 60 Tage. Im August gräbt sich der Käfer in die Erde um zu überwintern. Anfang Mai verlassen die ersten Käfer den Boden. So kann es unter günstigen Bedingungen zu drei Käfer­generationen und einem Massenbefall kommen.

  AB- Der Kartoffelkäfer- Entwicklung

III. Herkunft

1823 wurde der bis dahin noch unbekannte Kartoffelkäfer erstmals in Colorado entdeckt. Deshalb nannte man ihn auch Colorado-Käfer.          
Er verließ 1874 die amerikanische Ostküste und kam 1877 mit der Einfuhr amerikanischer Nahrungsmittel in Europa an.           
Er fraß vor allem Blätter von Tabakpflanzen und wild wachsende Nachtschattengewächsen und galt zunächst als harmlos, denn das Vorkommen war damals nicht zahlreich. Dann spezialisierte er sich auf die Kartoffelpflanze, auf der er keine Konkurrenz hatte. Außerdem besaß er keine natürlichen Feinde.  So konnte er seine Vermehrungsrate um ein Vielfaches steigern.          
In den folgenden Jahren wurde der Kartoffelkäfer nach seinen Einschleppungen immer wieder ausgerottet. Erst 1922 fasste er in Südfrankreich festen Fuß und wanderte immer weiter östlich. Seit 1936 waren ständige Einflüge nach Deutschland zu beobachten, und seit 1948 ist die gesamte Bundesrepublik Deutschland befallen und er wandert immer weiter nach Osten.

In günstigen Jahren kann er sich dreimal fortpflanzen. So entstehen drei Generationen.

IV. Schädlingsbekämpfung

Ein Weibchen schafft es 2500 Eier in einer Saison zu legen.
Eine einzige Larve frisst während ihres Entwicklungsstadiums eine 35-40 cm
²große Fläche .Da der Käfer sonst keine größeren Feinde hat, kommt es oft vor, dass ganze Kartoffelkäferinvasionen ein ca. 2,5 ha großes Kartoffelfeld abweiden. Um diese Kartoffelfelder vor dem Befall zu schützen, spritzt man Insektizide auf die Pflanzen. Dieses Mittel wirkt tödlich auf den Kartoffelkäfer. Es fließt in den Blutkreislauf und von dort aus weiter in das Nervensystem. Zuerst läuft er ungeordnet, dann treten Lähmungen auf, außerdem verliert er seinen Gleichgewichtssinn, dreht sich eventuell in die Rückenlage und stirbt schließlich. Leider sterben auch nützliche Insekten an dieser giftigen Substanz. Außerdem wirken sie auch in hohen Mengen auf den Menschen.
In Gärten werden die Kartoffelkäfer deshalb nur abgesammelt.

Mehr zum Kartoffelkäfer findest du im Kindernetz des Südwestfunks.

AB- Ein eingewanderter Schädling

Projekt Kartoffel