Getreide - Unser täglich Brot gib uns heute
Hirse - Getreide oder "Unkraut" ?!

- Aus der Not eine Tugend machen -

Nach dem Urlaub oder den Sommerferien kommt man zurück zum heimischen Beet und findet es voller Unkraut und unerwünschter Beigräser.
In diesem Jahr haben sich besonders verschiedene Hirsearten ausgebreitet und vermehrt, also eigentlich kein Unkraut sondern ein "Ungras ", man spricht fachmännisch von Beigras.
Was tun? - Natürlich herauszupfen, als Gärtner weiß man, dass es nicht anders geht.
Aber Schülern das klar zu machen ist mühsam. Außerdem sollen sie etwas mehr lernen, außer jäten.
 

So lassen sich eine Reihe von Fragen an dieses Thema knüpfen:

Was soll ich zupfen, was stehen lassen? - Ein bisschen Artenkenntnis muss sein!
 

Warum sind bestimmte Hirsearten in diesem Sommer so erfolgreich?
Und warum bekämpfen wir sie in unserem Beet? -
Ökologische Konkurrenz im Beet
 

Ist Unkraut vielleicht auch nützlich? - Hirse- Wildgras, schädliches Beigras  oder Kulturpflanze?

Was soll ich zupfen, was stehen lassen? - Ein bisschen Artenkenntnis muss sein!

Beim ersten Gartenrundgang fallen sofort die vielen, hohen Gräser auf. Die Schüler haben sie mitsamt der Wurzel aus dem Boden gegraben und damit gleich ein Gefühl bekommen, wie stark sie im Boden verankert sind. Die Hühnerhirse bildet einzelne Horste, wesentlich stärker ist die Blutrote Fingerhirse verwurzelt und lässt sich nur sehr schwer. entfernen. Als erstes haben alle Schüler eine Habituszeichnung angefertigt.
Diese als altmodisch verschriene Vorgehensweise erweist sich als methodisch sehr nützlich, denn Zeichnen heißt Sehen lernen. Begriffe, wie Knoten und Internodien , Blattscheide und Blattspreite werden einerseits erfühlt, aber beim Zeichnen auch genau wahrgenommen. Kein digitales Photo kann diese eigene Wahrnehmung ersetzen.
Das hat sich auch bei der anschließenden Bestimmung mit Hilfe eines Buches und der Beschriftung der eigenen Zeichnung mit Hilfe eines Textes gezeigt.

Die Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli) Die Blutrote Fingerhirse (Digitaria sanguinalis )

Arbeitsblatt zum Zeichnen und beschriften eines Süßgrases  AB-Getreideblüte
Warum sind bestimmte Hirsearten in diesem Sommer so erfolgreich?
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Ökologische Konkurrenz im Beet
Die Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli)

Bei der Hühnerhirse handelt es sich um ein einjähriges, die Wärme liebendes Gras. Für ihre Entwicklung benötigt sie viel Licht. Die Halme sind stark geknickt aufrecht und an den Knoten behaart. Sie können bis zu 90 cm hoch werden.
Die dunklen, grau-grünen Blätter sind relativ breit.  Der Mittelnerv der Blätter ist weißlich ("Hirseblatt").
Der Gesamtblütenstand ist eine zusammengesetzte Rispe mit ährenartigen Teilblütenständen. Die Rispe ist meist aufrecht und an der Spitze oft überhängend. Die Ährchen sind einblütig, an den Rispenästen etwas geknäuelt, hellgrün oder leicht violett über. Es gibt drei Hüllspelzen, die Deckspelze unterhalb der Spitze ist meist lang begrannt, die anderen grannenlos. Die Blütezeit liegt im Sommer bis Herbst.

Hühnerhirse ist vorwiegend auf feuchteren, nährstoffreichen, sauren Lehm- und Sandböden, Schuttplätzen und in Hackfruchtkulturen auf frischen Äckern zu finden.

Die auch aus größeren Tiefen keimfähige Hühnerhirse besitzt eine sehr lange Keimperiode von Mitte Mai bis August (Keimtemperaturminimum 10-20°C). Sie stellt sie eine starke Konkurrenz während der Keimlings- und Jugendentwicklung besonders der Maispflanzen dar. Hohe Besatzdichten der Hühnerhirse können den Maisertrag erheblich beeinträchtigen.

Die Grüne Borstenhirse (Setaria viridis)
ist eine weitere, bei uns weit verbreitete Hirseart.

Sie bildet  lockere Horste, die sich schnell bestocken.  
Typische Merkmale: Pflanze erscheint im Jugendstadium kräftig grün, bildet Scheinähren und wird 15-60 cm hoch. Später wird sie  mehr rötlich.
Die Borstenhirse keimt ab Frühjahr und Vorsommer. Sie ist ein Wärmekeimer und braucht mindestens 15°C als Keimtemperaturminimum.
Die Blutrote Fingerhirse (Digitaria sanguinalis )

ist  eine einjährige Grasart, die Pflanze  wird 10-50 cm hoch.

Fingerhirse ist kleinsamig und hat abgefahrene, gefingerte Fruchtstände. Sie endet in einer Fingerähre mit 5-7 Einzelähren, die sich an der Spitze meist krallenartig nach innen krümmen. Jede bis 10 cm lange Einzelähre trägt viele 4-6-blütige Ährchen in zwei Reihen. Anders als bei anderen Gertreidearten verwachsen hier die Samen- und Fruchtschalen nicht miteinander zu Karyopsen. Die kleinen, rundlichen 1-2 mm dicken Körnchen fallen leicht aus der faltigen Fruchtwand heraus und haben eine intensiv rote Reifefärbung.

Fingerhirse ist eine Kurztagspflanze, die etwa 12 Stunden Licht pro Tag benötigt.
Als Kultursorte
(Eleusine coracana)  wurde sie auf den ärmsten Böden angebaut, ursprünglich aus Afrika kommend wird sie noch heute in einigen Gebieten Indiens angebaut. Das Ragimehl wird zu Fladenbrot verbacken. In fermetierter gemälzter Form wird es Getränken oder Yoghurt beigemischt.

Als Wildpflanze ist sie  in Maisfeldern ein bedeutendes Schadgras. Sie keimt  etwa ab Mitte Mai bis September und benötigt eine hohe Keimtemperatur von mindestens 20°C. Das heißt, es muss ein warmer Sommer sein, weil sie erst keimt, wenn es längere Zeit sehr warm ist. Durch das tief reichende Wurzelsystem ist die Fingerhirse gegen Trockenheit weitgehend unempfindlich.
Gegenüber Mais besonders konkurrenzfähig und nimmt dem Mais Nährstoffe, Platz und Wasser, so dass die Maisernte geringer ausfällt.

Ist Unkraut vielleicht auch nützlich?
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Hirse- Ein Wildgras, schädliches Beigras  oder Kulturpflanze?
Hirse- Getreide der Armen

 

Informationsblatt über die wilden Hirsearten

Hirse Grundrezepte

Hirsekorn:
1. Das Hirsekorn heiß waschen.
2. Mit der 3 – 4-fachen Menge Wasser, Gemüsebrühe oder Milch 7 – 10 Minuten bei mittelstarker Hitze kochen.
3. Anschließend rund 15 Minuten unter leichtem Köcheln ausquellen lassen.

Kocht man mit Wasser oder Gemüsebrühe, benötigt man eher weniger Flüssigkeit (3-fache Menge). Wird Hirse mit Milch gekocht sollte der Flüssigkeitsanteil etwas höher liegen (4-fache Menge).

Hirse-Zucchini- Eintopf
200 g Hirse, 1000 ml Wasser oder Gemüsebrühe, 2 kleinere Zucchini, 1 mittelgroße Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 1 Dose Tomatenpüree, Salz, Pfeffer, Basilikum, Oregano, Thymian,  2EL Öl,
20 g Butter

Zwiebel würfeln, Knoblauchzehen klein hacken und zusammen mit der in Scheiben geschnittenen Zucchini im Topf anbraten. Mit Gemüsebrühe auffüllen.
Die Hirse nach Grundrezept zubereiten, dann die Hirse mit dem Tomatenpüree vermischen und zu den Zucchini geben. Nach Bedarf Gemüsebrühe aufgießen, dabei würzen und Kräuter zugeben.

http://www.hirsemuehle.de/hirse_htmls/hirse_rezepte.htm Link zur Bestimmung von Ackerunkräutern:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/boga/Ackerwildkraeuter.html
Ganz viele fachmännische Informationen sind unter http://www.hirsemuehle.de
zu finden!

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