Getreide - Unser täglich Brot gib uns heute
Hafer

Botanik

Der Saathafer (Avena sativa) gehört zur  Familie Gramineae. Zur Gattung Avena gehören über 30 weitere Arten, so z.B. der Flughafer (Avena Fatua).
Hafer ist die einzige Getreideart, bei der die Körner nicht dicht an dicht in einer Ähre, sondern locker an kleinen Stielchen in einer Rispe wachsen.

Am häufigsten wird der Saathafer kultiviert.
Der Wind- oder Flughafer dagegen ist ein  in Kulturen schwer auszurottendes Wildkraut. Aus ihm sind die Kulturformen des Hafers gezüchtet worden. Der Hafer ist als Unkraut wahrscheinlich zusammen mit der Gerste aus Vorderasien nach Mitteleuropa gelangt. Die Kultivierung erfolgte in der Bronzezeit ab 2000 v. Chr. durch Germanen und Kelten.

Typisch für Hafer ist, dass er in kühl, gemäßigten Zonen wächst und regelmäßig Wasser benötigt. Hafer wird bei uns zu Beginn des Frühjahrs ausgesät und im Hoch- oder Spätsommer geerntet. In Südeuropa wird Hafer gelegentlich auch im Herbst als Winterhafer ausgesät.

Nutzung für den Menschen

Hafer wird als  Vieh- und Pferdefutter angebaut. Die grünen Pflanzen werden auch zum Heumachen genutzt, zur Herstellung von Silage und als Weidepflanzen.  Haferstroh ist eine hervorragende Streu für das Vieh.  
Als Getreide dient es auch der Ernährung des Menschen.

Da die Körner keinen Kleberanteil besitzen, ist das Mehl nicht backfähig.  Aus gerösteten Körnern werden Haferflocken und Hafergrütze hergestellt. Wegen des hohen Schleimanteils wird Haferschleim zur  Magen schonenden Diätkost eingesetzt.
Die frisch geernteten Haferkörner bestehen aus dem sehr gut verdaulichen Korn (Samen) und den umgebenden unverdaulichen Spelzen. Im Vergleich zu anderen Getreidearten enthalten die  ganzen Haferkörner viel Protein (zwölf Prozent), Fett (fünf Prozent) und Ballaststoffe (zwölf bis 14 Prozent). Auch ihr Gehalt an Kohlenhydraten ist hoch (rund 64 Prozent) und sie liefern besonders viel Thiamin (Vitamin B1).

Hafermehl enthält Antioxidantien, die das Ranzigwerden fetthaltiger Nahrungsmittel verhindern; es ist Bestandteil von Erdnussbutter, Margarine, Schokolade und anderer Nahrungsmittel.  Hafermehl dient auch in Eiskrem und anderen Molkereiprodukten als Fettstabilisator.