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Nach der somatischen
Chromosomenzahl umfasst der Weizen drei Gruppen: die diploide
Einkornreihe, die tetraploide Zweikorn- oder Emmerreihe und
die hexaploide Dreikorn- oder Dinkelreihe.
Die Wiege des
Einkorns (Triticum monococcum)
liegt zwischen Euphrat und Tigris, wo er schon um 7.000 vor
Christus kultiviert wurde. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass
beiderseits der Ährenspindel nur ein Korn sitzt, beim Weizen sind es
drei oder mehr. Die Spelzen sind mit dem Korn fest verwachsen und die
Ährenspindel ist brüchig.
Zur
Zweikornreihe, die aus
Äthiopien stammt, gehört der Hartweizen (Triticum durum), aus dem
vorwiegend Teigwaren (Nudeln) hergestellt werden.
Weitere Formen sind der Emmer oder Zweikorn (Tritcum dicoccum),
Aus der
Dreikornreihe
aus
Asien gedeiht auch in den rauen Lagen Europas der Spelz oder
Dinkel (Triticum spelta). Beim Dinkel umschließen die Spelzen
(reduzierte, schuppige Blätter) eng das Weizenkorn. Dinkel ist eine
anspruchslose, relativ ertragsarme Weizenart, die an kühles Klima angepasst
ist. Unreif geernteter und gedörrter Dinkel (als Grünkern bezeichnet) wird
vor allem in Süddeutschland als Suppeneinlage, aber auch für Brot verwendet.
Dinkel wurde früher erheblich häufiger kultiviert als heute, die Bedeutung
dieser Weizenart nimmt jedoch in neuerer Zeit wieder zu.
Der Weich- oder Saatweizen (Triticum aestivum) ist mit 90% der meist
angebaute Weizen. sowohl im Winter als auch im Sommer.
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Genetische Gruppe
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Wildform
(bespelzt)
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Kulturform
(bespelzt)
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Kulturform
(freidreschend)
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Einkorn-Reihe
Diploid,
Genome AA
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Wildkorn
(Tr. boeoticum)
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EINKORN
(Tr. monococcum)
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Sinskaje-Einkorn
(Tr. Sinskaje)
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Zweikorn- oder
Emmer-Reihe
Tetraploid,
Genome AABB
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Wildemmer
(Tr. dicoccoides)
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Emmer
(Tr. dicoccum)
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Hartweizen
(Tr. durum)
Rauhweizen
(Tr. turgidum)

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Dreikorn- oder
Dinkel-Reihe
Hexaploid,
Genome AABBDD
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Dinkel
(Tr. spelta)
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WeichWeizen
(Tr. aestivum)
Binkel |
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Genetik
Heutzutage wird davon ausgegangen, dass die Evolution der Weizenarten kein
kontinuierlicher und gerichteter Prozess war, sondern dass er an
verschiedenen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten auf ähnliche Art und Weise
(Spontane Kreuzungen, Mutationen) stattgefunden hat.
Die Kultivierung begann in der Jungsteinzeit. Im Verlaufe des etwa
10.000 jährigen Anpassungsprozesses - der Domestikation - hat der Mensch
aus den vielfältigen Wildformen durch Auslese unsere Kulturpflanzen
entwickelt.
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In einigen Fällen, wie beim Weizen, ging damit eine Vervielfältigung des
Chromosomensatzes einher. So besitzt der heutige Kulturweizen genau wie
eine Vorläuferform, der Dinkel, 42 Chromosomen und einen sechsfachen (hexaploiden) Chromosomensatz.Man
geht davon aus, dass sich zunächst aus zwei Wildformen mit doppeltem (diploidem)
Chromosomensatz durch spontane Kreuzung unter Beibehaltung der beiden
vollständigen Chromosomenpaare der wilde Emmer mit vierfachem (tetraploiden)
Chromosomensatz gebildet hat. Durch Kreuzung des wilden Emmers mit einem
weiteren diploiden Wildweizen sind dann Dinkel und unser heutiger
Kulturweizen entstanden. Auch aus den Vorstufen haben sich jeweils
Kulturformen entwickelt.
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http://members.cox.net/biome/WheatEvolution.gif |
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So gingen aus dem wilden Einkorn das Kultureinkorn und aus dem wilden Emmer der Kulturemmer und eine Reihe
von anderen tetraploiden Weizen hervor, von denen der begrannte
Hartweizen neben unserem Kulturweizen heute eine weite Verbreitung hat.
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Archäologen haben im Mittleren Osten sowohl Reste von
Emmer als auch von
Einkorn gefunden,
die man auf das 7. Jahrtausend v. Chr. datieren konnte.
Emmer und Einkorn sind wie fast alle Getreidearten zusammen mit
der Einführung des Ackerbaus aus dem nahen Osten nach Europa
eingewandert.
In Europa wurde
Emmer, ein alter Verwandter der heutigen Weizenarten, zusammen mit
Hopfen, Einkorn und Weichweizen gepflanzt.
Bei Ausgrabungen hat man Weizenkörner im Boden gefunden, die aus der
Zeit der Bandkeramik (der ältesten Ackerkultur der Neusteinzeit,
4600-3800 v. Chr.) stammen. "Bandkeramiker" nennt man die Menschen, die
vor etwa 6000 Jahren Krüge und Geschirr getöpfert und dieses mit einem
bestimmten Muster verziert haben. Es gab allerdings in diesen Funden
mehr Gerste und Emmer als Weizen. Weizen war aber nur in den
Funden von Böhmen bzw. Mähren und Ungarn enthalten, während seine
nächsten Verwandten, Emmer und Einkorn (auch ein Verwandter von Weizen),
bisher überall gefunden wurden.
In seiner Bedeutung
lag der Emmer vor dem Einkorn, dem (Weich-)Weizen (Triticum aestivum)
oder dem Dinkel (Triticum spelta). Lange war der Emmer das
Hauptnahrungsgetreide, bis er ab der Römerzeit langsam an Bedeutung
verlor. (siehe auch
http://www.novaesium.de/alltag.htm )
Das Einkorn wurde vorwiegend auf schlechteren Standorten kultiviert.
Durch die Intensivierung der Landwirtschaft ab dem 18. Jahrhundert und
die sich ändernden Ernährungsgewohnheiten der Menschen (von Brei und
Fladenbrot zu hellerem Brot und Feingebäck) wurden Einkorn und Emmer
zunehmend vom „normalen“ (Weich-) Weizen verdrängt. Der Anbau dieser
Weizenarten ist in Deutschland schließlich im Laufe des zwanzigsten
Jahrhunderts erloschen, wird aber neuerdings in einigen Bereichen wieder
gefördert.
Einkorn und Emmer gehören sind ebenso wie Dinkel ein
Spelzgetreide: Die Körner bleiben nach dem Dreschen fest von den Spelzen
umhüllt und müssen in einem weiteren Arbeitsgang entspelzt werden.
Verwandtschaftlich steht der Emmer dem Hartweizen am nächsten, das
Einkorn hat unter den gängigen Weizenarten keine näheren Verwandten.
Die Artenvon Einkorn oder Emmer, die aktuell
in Deutschland angebaut werden, stammen größtenteils ursprünglich aus
Genbanken und wurden auf praxisrelevante Mengen vermehrt, oder sie wurden
aus den oben genannten Ländern bezogen.
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Entnommen wurde diese Information u.a. aus dem Projekt
Emmer und Einkorn der FH Osnabrück:
http://www.fh-osnabrueck.de/~akielhor/emmer-einkorn/emmerundeinkorn_infomappe.htm
Mehr über alte
Getreidesorten unter
http://www.darzau.de/de/start.htm
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