Getreide - Unser täglich Brot gib uns heute
Gerste

Gerste bildet die Gattung Hordeum aus der Familie der Gramineae.
Man ordnet  heute alle Kulturformen der Gerste als Varietäten der Art Hordeum vulgare zu.
Es handelt sich um ein- oder mehrjährige Gräser mit ährenartigen Blütenständen.  Die meisten Gerstenarten besitzen mehrere Zentimeter lange Grannen an den Ähren, damit kann Gerste leicht von anderen Getreidearten unterschieden werden. Die Körner sind an der Ähre in zwei und vier Reihen, auch Zeilen genannt, angeordnet. Sommergerste ist überwiegend zweizeilig, Wintergerste hingegen vierzeilig.

Neben der Form der Blütenstände unterscheidet man die Sorten auch nach der Länge der Entwicklung von der Aussaat bis zur Ernte. Sommergerste benötigt nur knapp 100 Tage bis zur Reife und kann daher besonders gut in kalten Klimazonen oder Hochgebirgen angebaut werden.

Da sie an den Boden geringere Ansprüche stellt, wird sie auch in Trockengebieten gepflanzt. Insgesamt ist die Gerste ein sehr robustes und gegen Dürre widerstandsfähiges Getreide, das man im Gegensatz zu Weizen auch auf vergleichsweise minderwertigen Böden anbauen kann. Wintergerste, die man im Herbst aussät und im Folgejahr erntet, braucht dagegen länger und höhere Temperaturen zur Entwicklung, liefert aber einen größeren Ertrag.

Von allen Getreidearten ist Gerste am frühesten, wahrscheinlich schon um 5000 v. Chr., angebaut worden und gehört damit zu den ältesten Kulturpflanzen. Bereits die Bibel erwähnt sie, und ein Anbau lässt sich bei den alten Ägyptern, den Griechen, Römern und Chinesen nachweisen.

Verwendungsmöglichkeiten

Gerste wird bei uns überwiegend als Geflügel- und Schweinefutter und das Heu und Stroh in der Tierhaltung genutzt. Etwa zehn Prozent der Weltproduktion an Gerste werden zur Gewinnung von Malz angebaut, das man zum Brauen von Bier und anderen Getränken sowie zur Herstellung von Malzkaffee benötigt. Wegen des fehlenden Kleberanteils ist es bei uns als Backgetreide nicht üblich. Vor allem in Ländern mit extremen Klimaverhältnissen, die den Anbau anderer Getreidearten nicht oder nur eingeschränkt zulassen, werden Gerstenkörner aber auf flachen Steinen zu Fladenbrot verbacken oder als Graupen (polierte Körner) in Suppen oder ähnlichen Gerichten benützt.
Ähnlich wie andere Getreidearten enthält Gerste einen großen Anteil an Kohlenhydraten  (67 Prozent) und Eiweiß (12,8 Prozent)

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