Das Radieschen

 
Keimung

Radieschen keimen schnell aus. Die beiden leicht herzchenförmigen, großen Keimblätter sind gut zu erkennen.
Wenn die Samen ausgekeimt sind und sich zu Wurzel, Sprossachse und Keimblättern entwickelt haben, folgt ein sekundäres Dickenwachstum.

Der Spross verdickt sich und lagert Reservestoffe ein, um so eine Speicherfunktionen zu übernehmen.
Dieses sogenannte  Hypokotyl ist nur der Teil der Pflanze, der oberirdisch wächst und zwischen Wurzel und Keimblättern liegt.
Dabei mögen Radieschen nicht zu warme Temperaturen, sonst schießen sie schnell in die Höhe.


Wenn das Dickenwachstum des Hypokotyls beendet ist, ist das vegetative Wachstum abgeschlossen. Der Hauptspross ist sichtbar und es beginnt die Entwicklung der generativen Wachstumsphase.
Für die Ernte hat man nun - abhängig von Sorte und Standort - ungefähr 4 Tage Zeit. Danach muss das Radieschen geerntet werden, denn die Markzellen beginnen zu verholzen, um die Stabilität der Pflanze zu erhöhen.
Dadurch ist das Hypokotyl nicht mehr zum Verzehr geeignet. Das Radieschen wird hart.  An der Primärwurzel bilden sich verstärkt Seitenwurzeln , um die Sprossachse zu stabilisieren.


 

Blühende Radieschenpflanze

Blühende Rapspflanze

Das Radieschen gehört zu den Kreuzblütlern. Kreuzblüten sind sehr regelmäßig gebaut. Wenn du dir die Blüte von oben ansiehst, kannst du erkennen, dass die äußeren 4 grünen Kelchblätter (1.) über kreuz stehen. Die 4 rosafarbenen Kronblätter (2.) sind ebenso angeordnet und stehen etwas versetzt auf Lücke. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal sind auch die 6 Staubblätter (3.), von denen die 2 äußeren lang und die 4 inneren kurz sind. In der Mitte ist der Fruchtknoten (4.). Er wird aus 2 Fruchtblättern gebildet und steht oberhalb des Blütenbodens. Das nennt der Botaniker oberständig.
Zur gleichen Pflanzenfamilie der Kreuzblütler gehört die Rapspflanze.

AB-Radieschenblüte

 
 
Knollen - bei Knollen ist nur ein Organ verdickt und bildet das Speicherorgan.
 

Dieses oben beschriebene Dickenwachstum gibt es auch bei anderen Gemüsearten.
A - So verdickt sich beim Radieschen ein Teil der Sprossachse zwischen  der Wurzel und den Keimblättern. Dieser Bereich heißt botanisch Hypokotyl
(hypo = unterhalb, Kotyledonen = Keimblätter) . Darüber wachsen die grünen Blätter und später treibt der Spross mit den Blüten in die Höhe.
Wir essen vom Radieschen also eine Sprossknolle genauer eine Hypokotylknolle.

B - Der Sellerie ist eine Sprosswurzelrübe. Hier verdickt sich ein Teil der Wurzel, das darüber sitzende Hypokotyl und der Sprossteil mit den ersten   Blättern.

C - Der Kohlrabi steht oberhalb des Bodens. Hier ist nur der Spross verdickt. Er ist eine Sprossknolle.

                                

 

AB- Sprossknollen    Leherinformation - Info-Radieschenknolle.pdf Skizzen- Sprossknollen  

LINKS
Die Uni-Kassel hat zum Radieschen viele Bilder und wissenschaftliche Hintergrundinformationen ins Netz gestellt:

http://www.wiz.uni-kassel.de/noeding/kltrpfad/kulturen/gem/j/gem_j_01.php